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Champions League Die Bayern legen Porto die Tore auf


Es war ein rabenschwarzer Abend für den FC Bayern München. In der Champions League verhalfen die Münchner durch Fehler und Ratlosigkeit dem FC Porto zum Sieg. So wird der Weg ins Finale sehr schwer.
Von Thomas Krause

Gerade einmal 70 Sekunden dauerte es im Estádio do Dragao bis zum ersten schweren Fehler der Bayern. Jackson Martinez, Stürmer des FC Porto, bedrängte Bayerns Xabi Alonso so, dass der den Ball verlor. Für einen kurzen Moment lagen beide am Boden, doch Martinez rappelte sich schneller wieder auf und stürmte allein auf Manuel Neuer zu. Ob Neuer noch den Ball berührt hatte oder nur Martinez abräumte - schwer zu sagen. Schiedsrichter Carlos Cavallo entschied jedenfalls auf Elfmeter, zeigte Neuer allerdings nur die Gelbe Karte statt der Roten. Das war aber auch das einzige Glück des FC Bayern München in der Anfangsphase dieses Spiels. Den Strafstoß verwandelte Ricardo Quaresma sicher. 1:0 nach drei Minuten.

Den nächsten Patzer erlaubte sich Dante nur sieben Minuten später. Bayerns Innenverteidiger wollte passen, doch Quaresma spritzte dazwischen und ließ Neuer keine Chance. 2:0 nach zehn Minuten.

Im Grunde war das Champions-League-Viertelfinale schon da für die Bayern gelaufen. Denn dem aggressiven Pressing des FC Porto hatten die Münchner nichts entgegenzusetzen. Sie leisteten sich Fehlpässe am laufenden Band und hatten ganz offensichtlich keine Ideen, wie sie die Verteidigung der Portugiesen knacken konnten.

Schiedsrichter ließ viel laufen

Dass der Schiedsrichter sehr viel weiterlaufen ließ, verhalf den Bayern auch nicht unbedingt zu größerer Sicherheit. Allein Robert Lewandowski kam in der ersten Halbzeit zwei Mal nach Zweikämpfen am gegnerischen Strafraum zu Fall. Doch seine erwartungsvollen Blicke dürfte Cavallo kaum gesehen haben. Denn der Schiedsrichter rannte da schon wieder Richtung Bayern-Tor, um beim Konter des FC Porto auf Ballhöhe zu bleiben. Entsprechend bedient äußerte sich Philipp Lahm nach Abpfiff im ZDF: "Zum Schiedsrichter sage ich heute lieber nichts." Um dann hinterherzuschieben "Das war ja ein Witz." Aber zum Lachen war im Team der Bayern wohl niemandem zu Mute.

Nur einmal keimte kurz Hoffnung auf, als Thiago in der 28. Minute das Anschlusstor schoss. Doch das Team vom FC Porto attackierte die Bayern-Spieler weiterhin früh und aggressiv. Die Münchner brachten kaum einen vernünftigen Spielzug zustande. Auch nach der Halbzeit änderte sich nichts Grundlegendes: Porto aggressiv, Bayern ratlos. Als dann noch Jérôme Boateng unter einer Flanke durchsprang, konnte der hinter ihm laufende Martinez den Ball direkt mitnehmen. Neuer verkürzte zwar den Winkel so gut es ging, doch am Ende umkurvte Martinez ihn doch. Zwischen Pfosten und den heranstürmenden Dante und Boateng hindurch schoss er den Ball ins Tor. 3:1 nach 65 Minuten.

"Wir haben noch die Hoffnung"

"Mit einem 2:1 hätte wir leben können, das 3:1 war ein bitteres Gegentor. So ist es schwierig, aber wir haben noch die Hoffnung", sagte Lahm nach dem Spiel. "Es hilft nicht zu lamentieren, wir müssen nach vorne schauen. Es ist möglich, 2:0 zu gewinnen." Dass dafür allerdings die Bayern-Spieler ihre Fehlerquote drastisch senken müssen, ist auch Trainer Pep Guardiola klar. "Das sind Menschen, das gehört zum Spiel. Auf diesem Niveau wirst du dafür bestraft", sagte er beim Fernsehsender Sky. "Wir haben noch das Rückspiel zu Hause." Der Weg zum Champions-League-Finale am 6. Juni in Berlin ist für die Bayern an diesem Abend in Porto sehr lang geworden.

mit DPA

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