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Fußball-Kreisliga in Essen: Vereinswirt springt für Torhüter ein - und wird zum Helden des Tages

Eigentlich ist Andreas Schröder Vereinskneipier des Essener Fußball-Klubs FC Kray. Als dem Kreisligisten am Sonntag jedoch die Torhüter ausgingen, tauschte der 39-Jähriger kurzerhand seinen Tresen gegen das Tor. Mit Erfolg.

Kreisliga Essen - FC Kray - Kneipenwirt - Torwart

Ein Essener Kneipier half seinem Verein FC Kray kurzerhand als Keeper aus (Symbolbild)

Es hätte ein ganz entspannter Sonntagnachmittag werden können. Ein bisschen Kaffee und Kuchen verkaufen, womöglich auch das ein oder andere Bier. Doch für Andreas Schröder, Vereinswirt des Essener Fußball-Klubs FC Kray, kam alles anders. Der 39-Jährige hatte gerade seine Kneipe aufgeschlossen, als ihn das Trainerteam der Zweiten Mannschaft um Hilfe bat: Weil gleich beide Torhüter - der eine verletzt, der andere arbeitsbedingt - wenige Stunden vor Anpfiff absagen mussten, sollte Schröder seine Kontakte spielen lassen und für spontanen Ersatz sorgen, berichtet die "Rheinische Post".

Doch obgleich in der Szene bestens vernetzt, konnte auch der Kneipier auf die Schnelle nicht helfen. Es musste ein Plan B her, sollte die Kreisliga-A-Partie gegen den SuS Niederbonsfeld nicht ins Wasser fallen. Die Lösung war schnell gefunden: Schröder, selbst jahrelang in verschiedenen Vereinen als Stürmer unter dem Spitznamen "Chappy" aktiv, machte sein Lokal wieder dicht und ließ sich von seiner Frau die eigentlich schon an den Nagel gehängten Fußballschuhe bringen. 

Tor statt Tresen: Schröder zeigt "blitzsaubere Partie"

Weil "Chappy" Schröder früher bereits das ein oder andere Mal zwischen den Pfosten ausgeholfen hatte und er, wie Kray-Trainer Martin Herms betonte,"selbstverständlich nüchtern war", machten ihn die Verantwortlichen kurzerhand zur Nummer eins. "Die Zuschauer waren etwas verwundert", gab Herms gegenüber der "Rheinischen Post" zu. Doch die ungewöhnliche und im Profi-Bereich undenkbare Maßnahme hatte Erfolg: Schröder spielte laut "reviersport.de" eine "blitzsaubere Partie" und trug so entscheidend bei, dass der 0:1-Rückstand zur Halbzeit noch in einen 2:1-Sieg gedreht werden konnte. 

"'Chappy' war ein souveräner Rückhalt und hat nach dem Spiel jede Menge Schulterklopfer bekommen. Er kann zapfen und halten – ein echtes Multitalent" lobte Trainer Herms. "Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, als Trainer muss man eben verborgene Talente erkennen", führte er aus.

Angesichts des Punkte-Dreiers dürften die Zuschauer - den Berichten zufolge ganze 15 an der Zahl - auch verschmerzt haben, dass es ausnahmsweise mal keinen Kaffee, Kuchen und Co. gab. 

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