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Frauenfußball-WM: England gewinnt die Gruppe B

England zieht als Gruppensieger ins Viertelfinale der Frauenfußball-WM. Gegen schwache Japanerinnen verwandelten die Girls von der Insel zwei Tore. Mexiko verspielte die Führung gegen Neuseeland.

Englands Fußball-Frauen haben sich eindrucksvoll im WM-Rennen zurückgemeldet und mit einem Erfolg gegen Japan als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Die "Three Lionesses" um ihre allerdings erneut blasse Starspielerin Kelly Smith boten am Dienstagabend in Augsburg ihre mit Abstand beste Turnierleistung und verdrängten mit dem 2:0 (1:0) die Asiatinnen noch von Platz eins. Für England trafen vor 20.777 Zuschauern Ellen White (15. Minute) mit einem listigen Heber und die eingewechselte Rachel Yankey (66.). Japan konnte die Niederlage aber verschmerzen, die Asiatinnen waren schon vor der Partie für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

"Wir haben noch keine Topleistung geboten, wir müssen uns insgesamt steigern", hatte Englands Trainerin Hope Powell nach den ersten beiden durchwachsenen Auftritten für die Partie gegen Japan Besserung versprochen. Und die Kickerinnen aus dem Fußball-Mutterland, die im Vergleich zum mühsamen Sieg gegen Neuseeland auf vier Positionen verändert starteten, legten gleich gut los. Geschickt gestaffelt ließen sie das japanische Angriffsspiel zunächst nicht wie gewohnt zur Entfaltung kommen.

Erste Torchance gleich verwandelt

Und vorne nutzte England gleich die erste echte Torchance zur frühen Führung. Aus 18 Metern überlistete White die viel zu weit vor ihrem Gehäuse stehende japanische Torhüterin Ayumi Kaihori mit einem feinen Heber. Japan reagierte beeindruckt auf den Gegentreffer: Nur wenig lief nach vorne zusammen, immer wieder hatten die Asiatinnen im Zweikampf das Nachsehen.

Nach einer halben Stunde nahm das japanische Angriffsspiel aber langsam Fahrt auf. Zunehmend drängte die "Nadeshiko" um Spielführerin Homare Sawa auf den Ausgleich, doch die nächste große Chance bot sich auf der anderen Seite. Nach einer artistischen Einlage von White machte es Kaihori diesmal besser und lenkte den Ball gerade so noch auf die Latte (38.). Zwei Minuten später vergab Yukari Kinga aus 14 Metern den fälligen Ausgleich.

Nach dem Wechsel erwischte Japan den besseren Start. Bundesliga-Spielerin Yuki Nagasato verpasste nach einem feinen Freistoß-Zuspiel von Aya Miyama aus fünf Metern nur knapp. Fortan drängten die nimmermüden Asiatinnen weiter auf den Ausgleich, doch Yankey machte frühzeitig alles klar.

Mexiko verspielt Führung

Mexikos Hoffnungen auf ein Fußball-Wunder sind hingegen geplatzt, Neuseeland feierte seinen ersten WM-Punkt wie einen Sieg. In der dritten Nachspielminute erzielte Hannah Wilkinson den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich für die "Schwäne" zum 2:2 (0:2). Die Südamerikanerinnen hatten im abschließenden B-Gruppenspiel der Frauen-WM bis zur 89. Minute wie die sicheren Siegerinnen ausgesehen.

"Da fehlte die Erfahrung und Routine. Wenn wir die drei Punkte geholt hätten, wäre es eine gute WM gewesen", klagte Mexikos Trainer Leonardo Cuellar. Nach Englands 2:0 gegen Japan hätte Mexiko aber auch ein Sieg nicht mehr zum Weiterkommen gereicht.

Stephany Mayor (2. Minute) und Stürmer-Star Maribel "Marigol" Dominguez (29.) erzielten am Dienstagabend vor 20.451 Zuschauern in der erstmals nicht ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim die Tore für Mexiko. Der für den VfL Wolfsburg spielenden Rebecca Smith glückte erst spät der Anschlusstreffer (89.). Dann löste Wilkinson Jubel bei Neuseeland aus. "Es ist fast so, als wenn wir die WM gewonnen hätten. Wir sind ein kleines Land, aber wir haben ein großes Herz", sagte Coach John Herdmann.

Frühe Führung gibt Sicherheit

Der "Tri" glückte ein Traumstart: Mayor schloss gleich den ersten Angriff bei schwül-warmen Temperaturen mit ihrem ersten Turniertreffer ab. Die 19 Jahre alte Offensivkraft schob Neuseelands Keeperin Jenny Bindon den Ball durch die Beine. Die frühe Führung verlieh den Mexikanerinnen Sicherheit und das Gefühl, den Einzug in die K.o.-Runde doch noch schaffen zu können. Sie bestimmten zunächst weitgehend das Geschehen und hatten durch Veronica Perez (19.) per Flugkopfball eine weitere gute Chance. Dominguez erhöhte dann mit einem gefühlvollen Schlenzer auf 2:0 (29.). Ansonsten enttäuschte die in Spanien ihr Geld verdienende "Marigol" und blieb fast während der gesamten 90 Minuten nur eine Mitläuferin.

Neuseeland wehrte sich kaum

Das zuvor Japan und England jeweils knapp mit 1:2 unterlegene Neuseeland fand erst spät ins Spiel. Für ernsthafte Gefahr sorgten die "Schwäne" im ersten Durchgang nur einmal: Nachdem Mexikos Torhüterin Cecilia Santiago einen strammen Schuss von Rosie White glänzend abgewehrt hatte, drosch Amber Hearns den Ball über die Latte (26.).

Nach der Pause neutralisierten sich beide Teams über weite Strecken. Trotz aller Bemühungen konnten sie jedoch kaum noch zielstrebige und gefährliche Angriffszüge entwickeln. Im Abschluss fehlten in den wenigen aussichtsreichen Situationen beiden Cleverness, Konzentration und Kaltschnäuzigkeit. Zudem verhinderte Santiago mit einer Glanzparade ein Kopfballeigentor ihrer Verteidigerin Natalie Vinti (72.). Die eingewechselte Charlyn Corral hätte mit einem gut geschossenen Freistoß beinahe noch das 3:0 erzielt (88.). Doch dann schlugen die Neuseeländerinnen unerwartet zweimal eiskalt zu.

swd/DPA / DPA

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