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Führungswechsel: Thomas Strunz wird neuer VfL-Manager

Gut drei Jahre nach seinem Abschied als Spieler kehrt Thomas Strunz als Manager und Geschäftsführer vom VfL Wolfsburg ins Rampenlicht der Bühne Fußball-Bundesliga zurück.

"Struuunz" ist wieder da. Sein Name erhielt durch die legendäre Brandrede von Giovanni Trapattoni 1998 Kultstatus. Der Aufsichtsrat des Vereins stimmte am Sonntag wie erwartet dem Vorschlag seines Präsidiums zu und bestellte den 36 Jahre alten früheren Nationalspieler zum Nachfolger von Peter Pander, der im August dieses Jahres zurückgetreten war.

Strunz: "Wir werden ein gutes Team sein"

Der Europameister von 1996 tritt sein Amt am 1. Januar 2005 an und erhält einen Dreijahresvertrag. "Mit Thomas Strunz konnten wir eine Persönlichkeit ausgewiesener sportlicher wie wirtschaftlicher Kompetenz gewinnen, die sowohl in der Zeit als Spieler als auch in der anschließenden Tätigkeit als Unternehmer sehr erfolgreich wirkte. Er entspricht exakt unserem Anforderungsprofil", sagte Wolfsburgs Aufsichtsratschef Lothar Sander.

Auch Strunz sieht sich an der richtigen Stelle. "Wir werden ein gutes Team sein", versprach der einstige Mittelfeldspieler. Er lebe den Fußball und werde sehr eng an der Mannschaft dran sein. Von deren Qualitäten ist er total überzeugt. "Sie ist sich heute noch nicht bewusst, wie stark sie wirklich ist", glaubt Strunz trotz der 2:3- Niederlage am Samstag gegen Hertha BSC.

Strunz war nicht erste Wahl

Nach seinem Karriere-Ende hatte sich Thomas Strunz als Spielervermittler in der von ihm gegründeten Agentur "Strunz & Frien" mit Sitz in Düsseldorf hinter den Kulissen der Liga engagiert. Diesen Job musste er für sein neues Amt aufgeben. "Die Erfahrungen, die ich mit der Agentur gesammelt habe, werden in meine Arbeit in Wolfsburg einfließen", erläuterte Strunz.

Der fünfmalige deutsche Meister mit Bayern München, der zwischen 1985 und 2001 insgesamt 235 Bundesligaspiele (33 Tore) bestritt, war nicht die erste Wahl des ambitionierten Bundesligisten. Der VfL wollte ursprünglich den ehemaligen Bremer Nationalspieler Marco Bode verpflichten, der am 31. Oktober aber aus privaten Gründen absagte. Strunz sieht sich dennoch nicht als Notnagel. "Wir sind alle davon überzeugt, dass ich der Richtige bin", betonte er.

Neben Bode waren zahlreiche andere prominente Kandidaten wie Michael Rummenigge, Rudi Völler, Reiner Calmund, Ottmar Hitzfeld, Arie Haan, Paul Breitner oder Luis van Gaal für den Posten im Gespräch gewesen. Der langjährige VfL-Manager Per Pander hatte mit seinem Rücktritt Ende August die Verantwortung für den Regelverstoß im Spiel bei den Amateuren des 1. FC Köln und das damit verbundene Ausscheiden aus dem DFB-Pokal übernommen.

Gert Glaner, DPA

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