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Fußball-Bundesliga HSV feuert Oenning - Stevens steht bereit

Der HSV hat die Konsequenzen aus den jämmerlichen Vorstellungen des Bundesliga-Clubs gezogen und Coach Michael Oenning entlassen. Zunächst soll ein Ex-Spieler übernehmen, doch der Verein sucht bereits einen Nachfolger. Kommt Huub Stevens zurück?

Nur ein Punkt aus sechs Spielen: Der Bundesliga-Tabellenletzte Hamburger SV hat sich von seinem Trainer Michael Oenning getrennt. "In den letzten zwei Tagen nach der 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach und nach vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir diese Entscheidung treffen mussten", erklärte Sportdirektor Frank Arnesen am Montag in einer Vereinsmitteilung. "Wir werden uns ab heute intensiv mit der Nachfolge von Michael Oenning beschäftigen."

Der HSV ist nach sechs Spieltagen Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Im nächsten Spiel am Freitag beim VfB Stuttgart soll der Ex-Profi und Trainer der HSV-Reserve Rodolfo Esteban Cardoso die Hanseaten betreuen. "Rodolfo hat jetzt unsere volle Unterstützung", betonte Arnesen. Da der Argentinier aber keine A-Lizenz besitzt, kann er nur vorübergehend in die Bresche springen. Als heiße Kandidaten gehandelt werden Huub Stevens, der im Jahr 2007 schon einmal als HSV-Retter eingesprungen war, sowie der frühere HSV-Torjäger Horst Hrubesch und der Schweizer Marcel Koller.

Stevens: "Ich bin bereit"

Laut der "Hamburger Morgenpost" wäre zumindest Huub Stevens bereit, den Job zu übernehmen. "Ich bin frei, jeder kann mich anrufen", sagte Stevens in der Online-Ausgabe des Blatts. "Ich hatte eine wunderbare Zeit in Hamburg und habe den HSV ein Stück weit in mein Herz geschlossen." Er hatte Anfang 2007 die Hamburger übernommen und vom letzten Tabellenplatz noch über den UI-Cup in den Uefa-Pokal geführt. Derzeit ist Stevens ohne Trainerposten.

Während HSV-Idol Uwe Seeler mit der Trennung von Oenning gerechnet hatte, kam diese für Willi Schulz unerwartet und total verfrüht. "Ich bin überrascht, dass man den Trainer schon jetzt geopfert hat", kritisierte der einstige Abwehrchef die Club-Verantwortlichen scharf. "Grundsätzlich ist es für unseren honorigen Verein kein gutes Aushängeschild, wenn immer die Trainer alles ausbaden müssen. Das muss man auch so deutlich sagen."

Oenning verständnisvoll

Oenning, der erst am 13. März die Nachfolge von Armin Veh angetreten hatte, zeigte Verständnis für den Beschluss des Vereins, nun doch schneller als erwartet zu handeln. "Es ist für mich nachvollziehbar, dass der Verein in der jetzigen Situation einen anderen Weg geht", betonte der 45-Jährige nach mehreren Gesprächen mit dem Vorstand in den vergangenen zwei Tagen.

Die Führungsriege setzte in neuer Zusammensetzung die Serie der vorzeitigen Trainerwechsel beim Bundesliga-Dino fort. Unter dem im März entlassenen Clubchef Bernd Hoffmann waren binnen acht Jahren neun Fußball-Lehrer verbraucht worden. Die neue Clubspitze um Carl-Edgar Jarchow war angetreten, um Kontinuität auf der Trainerbank zu garantieren. Dass es nun anders kam, ist vor allem Oennings Misserfolgsserie geschuldet. In 14 Punktspielen als Chefcoach konnte er lediglich einen Sieg feiern.

fw/DPA DPA

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