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Fußball: Die Spieler des Monats Dezember

Ein Japaner in Trance, ein älterer Herr, der eine ganze Region in Erregung versetzt, ein Stürmer, über den bislang nur Lionel Messi lacht und ein Rechtsaußen, bei dem kein Gegenspieler zum Lachen zu Mute sein dürfte, begeisterten uns im zurückliegenden Monat am meisten.

Das Jahr 2012 ist zwar bereits in vollem Gange, trotzdem werfen wir noch einmal einen Blick zurück ins alte Jahr und küren die vier Fußballer, die uns im Dezember 2011 in den vier großen Ligen Europas am meisten begeistern konnten.

Wie auch schon bei der November- und der Oktober-Ausgabe sei wieder vorausgeschickt: Unsere Redaktion legt die Spieler des Monats unabhängig von Notensystemen fest. Bewertet werden ausschließlich die in Bundesliga, Premier League, Primera Divison bzw. Serie A erbrachten Leistungen. Wieviele Tore und Vorlagen gehen auf die Konten der Stürmer, wie spielbestimmend war ein Mittelfeldakteur, wer hat den Laden in der Defensive besonders zusammengehalten? Anhand solcher Kriterien wird eine Vorauswahl getroffen, ehe die Redaktion dann die Sieger kürt.

Im Vormonat beeindruckten uns ein Innenverteidiger, zwei Sechser und ein offensiver Mittelfeldspieler nachhaltig, diesmal sind es ein Linksverteidiger und drei Offensivkräfte.

Serie A: Yuto Nagatomo (Inter)

Dass sich Inter Mailand anschickt, langsam aber sicher wieder Anschluss an die Spitze der Serie A zu finden, lässt sich auch an der ansteigenden Form eines Spielers festmachen – Punktegarant Yuto Nagatomo. Zu Saisonbeginn war der schnelle Linksverteidiger mit dem starken Stellungsspiel erst wegen einer Schulterverletzung, dann wegen einer unter Kurzzeit-Coach Gasperini praktizierten Dreierkette nicht zum Zug gekommen, ehe ihn eine Wadenverletzung erneut stoppte.

Doch der erste Japaner im Dress der Nerazzurri biss auf die Zähne, kämpfte sich wie einst sein Opa als passionierter Keirin-Bahnsprinter ans Team heran, blühte im Dezember förmlich auf und zeigte, warum viele Experten ihn in Bestform zu den weltweit besten Linksverteidigern zählen. Nicht nur, dass er mit einem Tackling in höchster Not den 1:0-Sieg über Cesena sicherte, er glänzte vor allem offensiv mit zwei Assists beim 4:1 über Lecce und zuvor mit einem Tor beim 2:0 über Florenz und dem wichtigen und besonderen 1:0-Siegtreffer bei Genoa. "Zum allerersten Mal habe ich per Kopf getroffen“, strahlte er laut calcionews24.com und ergänzte bei AFP: "Danach war ich wie in Trance.“

Bundesliga: Raúl (Schalke)

In Trance oder besser gesagt in kompletter Erregung sind auch derzeit viele Schalke-Fans, wenn sie den Namen Raúl hören. Die Auftritte des spanischen Superstars haben im letzten Monat die Bundesliga verzückt und die Fans der Königsblauen in riesige Euphorie versetzt. Sensationell war sein Dreierpack beim Schützenfest gegen Werder, aber auch sein Assist beim 2:1-Sieg über Hertha und seine mit einem Tor gekrönte Leistung beim 3:1 über Augsburg unterstreichen seinen starken Monat, der Schalke mitten ins Meisterrennen katapultierte.

In Schalkes Stadionkapelle lassen die ersten Eltern ihre Neugeborenen Raúl taufen, die Verantwortlichen überlegen fieberhaft, wie sie den Senór noch länger an den Club binden können und auch Vicente del Bosque hat Raúl wieder auf dem Zettel. Der spanische Nationalcoach schloss nicht aus, den Oldie in die Seleccion zurückzuholen und sogar mit zur EM 2012 zu nehmen. "Das Thema Nationalmannschaft ist noch nicht abgehakt“, machte der Coach Raúl in diversen spanischer Zeitungen Hoffnung.

Primera Division: Alexis Sanchez (Barcelona)

Eine Verletzung in der Saison-Vorbereitung hatte Alexis Sanchez Plan, bei Barca von Beginn an durchzustarten, zunächst durchkreuzt. Trotzdem genoss er das Vertrauen von Coach Pep Guardiola und zahlte es im Dezember mit Toren und guten Leistungen zurück. Vor allem im vorgezogenen Spiel gegen Rayo Vallecano brillierte der Chilene, begeisterte mit seiner Schnelligkeit und seinen Dribblings schon fast wie in der letzten Saison bei Udinese Calcio. Zudem stellte er mit zwei Toren seine Abschlussstärke unter Beweis.

Einmal in Fahrt traf er auch in den folgenden zwei Begegnungen gegen Lavante und auch im Clasico gegen Real. Doch der Leistungsaufschwung war laut Sanchez nur der Anfang. "Ich werde dem Weg von Lionel Messi folgen, um alles zu gewinnen“, kündigte er laut barca99.com an. Um diesem Anspruch auf Dauer nachkommen zu können, liegt noch viel Arbeit vor Sanchez. Übrigens nicht nur sportlich, denn bisher sei Messi der einzige im Team, "der meine Witze richtig versteht“, erklärte er weiter. Nachbessern sollte er daher auch schleunigst an der Humorfront.

Premier League: Nani (Manchester United)

Wie es um die komödiantischen Fähigkeiten von Nani bestellt ist, wissen wir nicht – allerdings, dass er seinen Gegner selten Grund zum Lachen liefert. Zwar stehen seine Leistungen meist etwas im Schatten von Tormaschine Wayne Rooney und des wiedererstarkten Dimitar Berbatov, doch der Anteil des Portugiesen am trotz der Silvester-Niederlage gegen Blackburn starken Lauf der Red Devils mit fünf Premier League-Siegen in Folge im Dezember ist nicht geringer, zumal er auch gegen die Rovers zu den Lichtblicken zählte.

Der der mit der raren Qualität der Beidfüßigkeit und einem enormen Antritt gesegnete Rechtsaußen zeigte insgesamt gewohnt konstant gute Leistungen, stach aber in den Spielen gegen Wolverhampton und Fulham besonders hervor. Zwei Tore und einen Assist steuerte er gegen die Wolves bei, zwei Vorlagen und einen Treffer gegen die Cottagers. Insgesamt begeisterte Nani im Dezember mit vier Vorarbeiten und drei Treffern. Ein weiteres Tor gegen Wigan wurde von Gary Caldwell verhindert, der einen Nani-Schuss noch von der Linie kratzte. Doch ein Tor mehr oder weniger: Unser Spieler des Monats in England ist Nani trotzdem.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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