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Fußball: Harte Saison für Rudi Völler

Die dritte Saison war für Rudi Völler seit seinem Amtsantritt als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sommer 2000 die schlechteste.

Die dritte Saison war für Rudi Völler seit seinem Amtsantritt als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Sommer 2000 die schlechteste. In insgesamt elf Begegnungen kam der Weltmeister von 1990 mit seiner Mannschaft nur auf fünf Siege und insgesamt 19 Punkte. Nur 18 Treffer sind ebenfalls Negativ-Bestmarke.

Am erfolgreichsten war Völler in seiner ersten Spielzeit mit 7 Siegen in nur zehn Spielen und 22 von insgesamt möglichen 30 Punkten.

(Bei der Saison 2001/02 wurde die WM-Endrunde nicht mitgerechnet. Es zählen nur die "normalen" Spielzeiten inklusive Freundschaftsspiele)

Ramelow, Bobic und Friedrich die Gewinner der Saison 2002/03

Dauerbrenner Carsten Ramelow, Rückkehrer Fredi Bobic und Senkrechtstarter Arne Friedrich prägten in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft das Jahr nach der Weltmeisterschaft, das für Rudi Völler als bislang schlechtestes in seine seit Sommer 2000 währende Amtszeit als DFB-Teamchef eingeht. Nach nur fünf Siegen in elf Länderspielen kann sich Völler allein mit der Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe 5 zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal trösten: "Hausaufgaben erfüllt - mehr nicht", konstatierte der 43-Jährige nach dem abschließenden 2:0-Erfolg gegen die Färöer.

Die Schwierigkeiten des Teamchefs spiegeln sich auch in den Zahlen und Fakten dieser Saison wider. So war der Leverkusener Carsten Ramelow mit 810 (von maximal möglich 990) Einsatzminuten der Dauerbrenner der Saison, gefolgt von seinem Vereinskollegen Bernd Schneider (794). Dahinter folgt in Arne Friedrich (740) schon der Aufsteiger des Jahres. Der 24 Jahre alte Abwehrspieler von Hertha BSC debütierte im ersten Spiel nach der WM am 21. August 2002 beim 2:2 in Bulgarien und war anschließend in nur einer Partie nicht dabei. Alle 11 Spiele bestritt keiner der insgesamt von Völler eingesetzten 35 Akteure; auf 10 wie Friedrich brachten es noch Ramelow, Schneider, Miroslav Klose (1. FC Kaiserslautern) und Paul Freier (VfL Bochum).

Comeback des Jahres: Fredi Bobic

Völlers Probleme offenbaren sich darin, dass Top-Stars der WM vor einem Jahr in Asien wie Kapitän Oliver Kahn (630 Minuten) und besonders Michael Ballack (405), Dietmar Hamann (270) und Christoph Metzelder (225) aus Verletzungsgründen nur einen Bruchteil der Partien absolvieren konnten. Hamann und Metzelder standen überhaupt nur drei Mal auf dem Platz und waren damit weniger dabei als der inzwischen ausgemusterte Stürmer Carsten Jancker, der es immerhin noch auf 316 Minuten brachte.

Das Comeback des Jahres gelang fraglos Stürmer Fredi Bobic. Nach fast fünf Jahren Länderspiel-Pause traf der künftige Berliner in sieben Begegnungen fünf Mal und war damit erfolgreichster Torschütze vor Ballack (3). Bobic traf unter anderem auch beim höchsten Saisonsieg gegen Kanada (4:1) und war jeweils einziger Torschütze bei den zwei Saison-Niederlagen gegen die Niederlande und Spanien (je 1:3). Neben Neuentdeckung Friedrich verhalf Völler sieben weiteren Neulingen zum Debüt in der Nationalelf, und zwar Tim Borowski (Werder Bremen), Tobias Rau (VfL Wolfsburg), Benjamin Lauth (1860 München), Hanno Balitsch (Bayer Leverkusen), Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart), Michael Hartmann (Hertha BSC) und Andreas Hinkel (VfB Stuttgart).

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