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Geplatzte Vertragsverhandlung: Löw wehrt sich: "Viele Unwahrheiten"

Im Streit um seine Vertragsverlängerung meldet sich jetzt Bundestrainer Joachim Löw zu Wort. In einer Stellungnahme kritisiert er die DFB-Spitze: "Einen Handschlag-Vertrag hat es nicht gegeben!"

Joachim Löw hat sich in einer ersten Reaktion enttäuscht über die gescheiterte Vertragsverlängerung gezeigt und zugleich die DFB-Spitze kritisiert. "Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht-verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte", erklärte der Bundestrainer am Freitag. Die sportliche Leitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft habe sich in den vergangenen Wochen "ganz bewusst" nicht konkret zur Vertragssituation geäußert. "Umso verwunderter sind wir über die plötzlich in der Öffentlichkeit diskutierten angeblichen Vertragsdetails. Dadurch sind viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen", betonte Löw.

"Zu gegebener Zeit" wolle er sich präzise über die Vertragsdebatten und die Hintergründe äußern, kündigte der 50 Jahre alte DFB-Chefcoach einen Tag nach den geplatzten Gesprächen über einen neuen Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund an. Zu den verbreiteten Unwahrheiten würde auch die veröffentlichte Meinung von DFB-Präsident Theo Zwanziger zählen, der nach einem ersten Vertragsgespräch im Dezember des Vorjahres schon von einer Einigung berichtet hatte. "Einen Handschlag-Vertrag hat es zum Beispiel nicht gegeben", stellte Löw fest.

"Unsere ganze Konzentration gilt seit sechs Jahren dem Erfolg der Nationalmannschaft - auch im Sinne der Entwicklung und Reputation des deutschen Fußballs. Dabei stehen Teamwork, Loyalität und Respekt an erster Stelle für mich", sagte der Bundestrainer, der am Wochenende zur Auslosung für die Qualifikation zur EM 2012 nach Warschau reisen wird. Ungeachtet von der Enttäuschung versprach Löw: "In diesem Sinne werden wir uns in den nächsten Wochen intensiv auf die WM in Südafrika vorbereiten."

Zwanziger: "Zur Kenntnis genommen"

Betont gelassen reagierte Zwanziger am Freitag auf die Vorwürfe Löws: "Ich habe die Stellungnahme des Bundestrainers zur Kenntnis genommen", erklärte Zwanziger. Löws Aussage, es habe nie einen sogenannten Handschlag-Vertrag gegeben, kommentierte der Verbands-Chef nicht. Stattdessen betonte er die gemeinsame Linie mit dem Bundestrainer auf dem Weg nach Südafrika: "Ich freue mich, dass er das genauso sieht, dass unsere ganze Konzentration jetzt der WM gilt."

DPA / DPA

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