Hamburg-Kult Prosit, St. Pauli!


Der FC St. Pauli ist zurück: Nach vier Jahren hat der Hamburger Traditionsverein den Aufstieg in die 2. Fußball- Bundesliga geschafft und mit seinen Fans eine ausgelassene Party in Braun-Weiß auf der Reeperbahn gefeiert.

Mit einem 2:2 (1:1) gegen den 1. FC Dynamo Dresden sicherte sich das Team von Trainer Holger Stanislawski einen Spieltag vor Saisonende zumindest den zweiten Platz in der Regionalliga Nord. Charles Takyi brachte die Hamburger am Freitagabend in der 14. Minute per Foulelfmeter in Führung, Pavel David glich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus (45.+1). Für das 2:1 sorgte Carsten Rothenbach in der 83. Minute, ehe erneut David wenige Sekunden vor Spielende den 2:2-Endstand erzielte.

Während die Hamburger Fans im mit 15 300 Zuschauern ausverkauften Millerntor-Stadion ihre Helden feierten, fiel auch auf dem nahen Spielbudenplatz der Startschuss zur größten Kiez-Party seit Jahren. Mehr als 20 000 Fans hatten dort das Spiel auf einer Großbildleinwand verfolgt. Nach Mitternacht wurden dort auch die Spieler erwartet und sollten sich auf dem Balkon des Schmidt-Theaters von Präsident Corny Littmann präsentieren.

Überlegenes Spiel

Der ganze Stadtteil und erst recht die Fans am Millerntor erwarteten nichts anderes als den Aufstieg. Der Druck war der Elf jedoch nicht anzumerken. Stattdessen suchte sie Ö wie von Stanislawski angekündigt Ö sofort den Weg nach vorn. Die heimstärkste Mannschaft der Liga kontrollierte das Spiel und wurde für ihr Engagement früh belohnt.

Nach einem Foul an Marvin Braun an der Strafraumgrenze entschied Schiedsrichter Florian Meyer auf Elfmeter, und Takyi verwandelte mit einem Schuss ins rechte Eck. Auch danach blieben die Gastgeber die bestimmende Mannschaft, die Partie aber wurde zunehmend konfus und unansehnlich.

Die Sachsen, die wegen eines Staus zum Teil verspätet und mit Taxis im Stadion eintrafen, benötigten einen längeren Anlauf, um ins Spiel zu kommen. Obwohl sie sich selbst noch Hoffnungen auf den Aufstieg machten, kamen sie bis zur 40. Minute nicht ein Mal in die Nähe des Hamburger Tores. Doch die Gastgeber fühlten sich in dieser Phase eine Spur zu selbstsicher, und so war es keine Überraschung, dass den Gästen noch vor der Pause der Ausgleich gelang. Nach einem Eckball segelte Borger zunächst folgenlos am Ball vorbei, doch aus der zweiten Reihe traf David mit einer sehenswerten Direktabnahme. Es war nach sieben Zu-Null-Spielen das erste Heim-Gegentor für St. Pauli im Jahr 2007.

Nach der Pause wurden die Gastgeber noch einmal mutiger und besaßen noch Chancen durch Florian Lechner und Ahmet Kuru. Mannschaft und Fans hatten jedoch auch noch brenzlige Situationen zu überstehen, ehe Rothenbach sieben Minuten vor Schluss für Party-Stimmung sorgte. Da konnte auch der Ausgleichstreffer zum 2:2 das Aufstiegsfest nicht mehr trüben.

Christian Kamp/DPA DPA

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