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Bundesliga im stern-Check: Nur die Bayern sind bombig gelaunt

Ein Prosit der Gemütlichkeit - die Bayern-Spieler sind bombig gelaunt. Kein Wunder: Der Rest der Liga tritt sich gegenseitig auf den Füßen herum. Der Spieltag im stern-Überblick.

Von Carina Braun

So liefen die Spiele

Hertha BSC - VfB Stuttgart 3:2
Bayern München - Hannover 96 4:0
Borussia Dortmund - Hamburger SV 0:1
Bayer Leverkusen - SC Paderborn 2:2
1899 Hoffenheim - FC Schalke 04 2:1
Werder Bremen - SC Freiburg 1:1
Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 3:2
VfL Wolfsburg - FC Augsburg 1:0
Bor. Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:1

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Der HSV kann gewinnen! Tore schießen! Lasogga trifft! Und als wäre das nicht Aufregung genug, kommt - wumms - Spaßverderber Uli Stein um die Ecke und droht streitlustig die Laune zu trüben. Lasogga hätte "bei uns früher wahrscheinlich nur das Ballnetz getragen", hatte der vor der Partie geätzt. Das Tor war Lasogga offenbar nicht Antwort genug. Uli Stein? Er "kenne diese Person gar nicht", konterte der Stürmer nach dem Spiel.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Nicht hinkucken, wenn Sie Kölner sind. Das Eigentor zur 2:3-Niederlage gegen Frankfurt war zwar nicht das schönste Tor des Spieltags. Aber wie Kevin Wimmer da so vom Ball erwischt wird, dass er aus nächster Nähe den eigenen Schlussmann tunnelt und der ihn erst wenige Zentimeter hinter der Torlinie erwischt - das war so unglücklich und zugleich entscheidend, dass hier absolut ein Trostpreis fällig wird.

Gewinner des Spieltages

Wenn das mal keine gelungene Rache ist: Adam Szalai wollte Champions League spielen und ging deshalb zu Schalke, aber auf Schalke wollten sie ihn bald nicht mehr. Der Stürmer wechselte zu Hoffenheim - und traf nun im Spiel gegen seinen Ex-Club zum 2:0. Die Freude, die er sich danach aus dem Leib schrie, dürfte nicht nur seinem Treffer gelten, sondern auch dem Blick auf die Tabelle. Hoffenheim hat sich mit konstanten Leistungen auf Platz zwei gespielt und somit Chancen, die Königsklasse zu erreichen. Auf Schalke dagegen spielt vor allem eines: sich das gewohnte Chaos ab.

Verlierer des Spieltages

Bremen? Freiburg? Man weiß gar nicht, wem dieses 1:1 im Krisengipfel weniger geholfen hat. Beide Mannschaften stolpern von Unentschieden zu Unentschieden und warten noch immer auf den ersehnten Befreiungsschlag. Und nun hat also weder der alte noch der aktuelle Club von Robin Dutt gewonnen. Für den wird die Luft selbst bei einem der geduldigsten Vereine langsam dünn. Bremen hat die rote Laterne vom HSV übernommen - und steckt plötzlich mittendrin im Abstiegskampf. Der nächste Gegner heißt Bayern. Es sieht düster aus an der Weser.

Bild des Spieltages

Der HSV in Dortmund, der Holtby in der Eistonne. Ohne weitere Worte.

Die Frage des Spieltags: Wird's schon wieder so langweilig wie letztes Jahr?

Nein, nein, man darf jetzt wirklich nicht die Bayern schimpfen, die machen nämlich nur das, was sie seit Jahren machen: So souverän gewinnen, dass sich das in Restdeutschland kaum einer mehr anschauen mag. Das Problem: Es macht keiner mehr mit. Kaum ein Konkurrent ist nach diesem Spieltag in Feierlaune. Die Dortmunder holen nur einen Punkt aus vier Partien, in Schalke geht die unsägliche Keller-Diskussion in die nächste Runde, Leverkusens vielversprechender Turbofußball scheint sich schon jetzt zum Bumerang zu entwickeln. Und während Lahm & Co. sich in Lederhosen auf der Wiesn amüsieren, nehmen sich auch noch Gladbach und Mainz gegenseitig die Punkte weg. Alles deutet darauf hin, dass auch dieser Titelkampf stinkenlangweilig wird.

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