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Hamburger SV: "Juwel" Kompany auf der Jagd nach Millionen

Durch einen Sieg gegen den spanischen Klub Osasuna soll dem HSV der Sprung in den europäischen Wettbewerb gelingen. Der neue Abwehrchef Vinzent Kompany soll die Hamburger auf der Jagd nach den Millionen, die dort zu verdienen sind, unterstützen.

Thomas Doll ist sich hundertprozentig sicher. Sein neues Juwel Vincent Kompany wird schon bald die Fußball-Fachwelt beeindrucken. "Er ist mit 20 schon sehr weit, er wird für Furore sorgen", sagt der Coach des Hamburger SV über seinen mit acht Millionen Euro teuersten Neueinkauf vom RSC Anderlecht und dazu noch teuersten Transfer in der Clubgeschichte. Mit seinen 1,90 Metern füllt der Belgier zumindest körperlich gut die Lücke, die Landsmann Daniel van Buyten mit dem Weggang zu Bayern München gerissen hat.

Trainingsbeobachter sind von der Technik des neuen Abwehrchefs sogar so begeistert, dass van Buyten beim HSV schnell Geschichte sein könnte. Zumal der selbstbewusste Ex-Kapitän zuletzt den Mund allzu voll nahm und damit auch Kollegen verprellte. So ein Typ ist Kompany ganz und gar nicht. "Ich würde nie sagen, dass ich der Chef bin", verriet er der "Sport Bild". "Das entspricht nicht meinem Charakter, ich will mich auf dem Platz zeigen und der Mannschaft mit meiner Art helfen", gibt sich der Nationalspieler bescheiden. 2004 wurde er zum Fußballer des Jahres in Belgien gewählt und gilt in seinem Heimatland als die Nachwuchshoffnung für die Zukunft.

"Ich will Erster werden."

Einen Vergleich lehnt Kompany rigoros ab: den mit Franz Beckenbauer wegen seines technischen Könnens und der langen Pässe im Spielaufbau. "Das ist verrückt. Man sollte mich nicht mit ihm vergleichen. Er war der beste Abwehrspieler der Welt, den es je gab." Deshalb sei es für ihn nicht so leicht, wenn so etwas geschrieben werde. "Ich will mich nicht mit einem Idol messen. Ich will meinen Weg gehen. Hamburg ist ein ganz wichtiger Schritt in meiner Karriere, um mich weiter zu entwickeln. Ich bin noch kein fertiger Spieler", sagt er.

Mit dem Formulieren von großen Zielen hat der Neuling allerdings keine Probleme und nimmt auch das Wort Meisterschaft in den Mund. "Ich habe Ambitionen. Ich will Erster werden. Wir haben eine junge Mannschaft mit sehr viel Potenzial", sagt Kompany, der selbst schon mit 18 Jahren Stammspieler in der Nationalmannschaft war.

Und sein neuer Coach sieht mit Wohlwollen, wie er vom ersten Tag an die Abwehr dirigierte, und bescheinigt ihm bestes Teamverhalten. "Er hat unseren Rhythmus aufgenommen, weiß, wie wir ticken", sagt Doll und ist überzeugt, dass sein neuer Schüler eine "Super-Saison" spielen wird. Sollte es tatsächlich schon mit der deutschen Meisterschaft klappen, wird der HSV auch gern die weitere vereinbarte Million Euro an Anderlecht zahlen.

Britta Körber/DPA / DPA

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