HSV-Stürmersuche Kluivert und Baros aus dem Rennen


Alle zurück auf Los: Der Hamburger SV fängt bei seinem Stürmer-Monopoly von vorn an. Kurzzeitkandidat Patrick Kluivert ist aus dem Rennen, und auch bei Milan Baros stehen die Chancen schlecht.

"Es gibt andere Spieler, die in unseren Fokus gerückt sind. Der Markt ist nach der WM wieder in Schwung gekommen", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der auf Grund der fieberhaften Suche einen Abstecher zur Mannschaft während des Trainingslagers im österreichischen Going absagen musste.

Eine Verpflichtung des 30 Jahre alten Kluivert sei laut Sportchef Dietmar Beiersdorfer "zu risikobehaftet". Der 79fache niederländische Nationalspieler hat seine besten Tage als Torjäger offensichtlich hinter sich. Beim FC Valencia kam er in der vergangenen Saison über zehn Kurzeinsätze (ein Tor) nicht hinaus. Da reichte auch die Laudatio seines niederländischen Teamkollegen Khalid Boulahrouz ("Er ist eine ganz liebe Person") nicht als Referenz für einen Vertrag aus. Die Entscheidung gegen Kluivert sei in Absprache mit Trainer Thomas Doll gefallen, erklärte Beiersdorfer.

Panikkäufe ausgeschlossen

Auch bei Tschechiens Nationalstürmer Baros, der seine Sympathien für den HSV bekundet hat, deuten alle Zeichen auf unerfüllte Liebe zu den Hanseaten hin. Nachdem es in den Verhandlungen um die Ablösesumme zwischen Aston Villa und den Hamburgern schon keine Fortschritte gegeben hatte, wurde jetzt auch noch David O'Leary, der Trainer des englischen Premier-League-Vereins, an die Luft gesetzt. O'Leary hatte einen Verkauf des 24-jährigen Baros befürwortet. Der Nachfolger auf dem Trainerstuhl mag das jedoch ganz anders sehen. "Das Thema Baros verfolgen wir nur noch am Rande", meinte Beiersdorfer.

Eigentlich wollte Doll sein Team schon im Trainingslager komplett um sich scharen. Schließlich starten die Hamburger in zweieinhalb Wochen in die Champions-League-Qualifikation. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb hat für den HSV oberste Priorität. Ob es jedoch bis dahin die erhoffte Verstärkung für die Offensive gibt, scheint fraglich. "Wir setzen uns kein Ultimatum und wir setzen uns nicht unter Druck", betonte Beiersdorfer und schloss damit Schnellschüsse und Panikkäufe aus. "Wir führen mit einigen Kandidaten Gespräche."

Alternativen sind rar

Einzige konkurrenzfähige Stürmer beim Bundesliga-Dritten sind derzeit Benjamin Lauth und der von Bayern München geholte Paolo Guerrero. Nach den Abgängen von Sergej Barbarez (Bayer Leverkusen) sowie den bekanntlich nicht überzeugenden Naohiro Takahara (Eintracht Frankfurt) und Ailton (Besiktas Istanbul) sind Alternativen äußerst rar. Als Ersatz stehen derzeit Besart Berisha und Mustafa Kucukovic zur Verfügung - für Europacup und Bundesliga-Spitzenkampf ist das wahrlich zu wenig.

Franko Koitzsch/DPA DPA

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