VG-Wort Pixel

International AC Mailand und Juventus Turin trennen sich 1 -1


Auch im 27. Saison-Pflichtspiel bleibt Juventus Turin unbezwungen. Beim 1:1 in Mailand benötigte die Alte Dame jedoch die Hilfe des Schiedsrichters. Bei einem regulären Treffer von Sulley Muntari ließ sich Paolo Tagliavento von der schnellen Reaktion Gianluigi Buffons irritieren und machte auch sonst keine glückliche Figur. 

AC Mailand und Juventus Turin haben sich im Spitzenspiel der Serie A mit 1:1 getrennt. Damit bleiben die Rossoneri an der Tabellenspitze und verteidigten den Vorsprung von einem Punkt auf die Gäste aus Turin.

Die Gastgeber aus Mailand hatten das Spiel in weiten Teilen im Griff und gingen durch Antonio Nocerino (15.) in Führung. Ein weiterer Treffer von Sulley Muntari fand zu Unrecht keine Anerkennung und so kam die Alte Dame durch Alessandro Matri zum glücklichen Ausgleich (83.).

Pirlo und das Wiedersehen mit der alten Liebe

Der AC Milan gab den Gastgeber beim Duell zwischen dem Titelverteidiger und aktuellen Spitzenreiter der Serie A sowie dem Zweiten der Tabelle aus Turin. Nur ein Punkt trennte beide Teams und die Alte Dame machte sich nach dem Erfolg im Hinspiel große Hoffnungen, auch im San Siro zu triumphieren.

Der Gastgeber musste im 208. Duell beider Teams auf ein Offensivtrio verzichten. Kevin-Prince Boateng fehlte ebenso verletzt wie auch Antonio Cassano, Zlatan Ibrahimovic musste nach seiner Ohrfeige und der Roten Karte weiter pausieren. Bei Juve gab es für Andrea Pirlo ein Wiedersehen mit seiner alten Liebe Milan – der Mittelfeldspieler hatte zehn Jahre für die Rossoneri gespielt.

Beide Teams begannen die Partie mit einer gehörigen Portion Respekt im Hinterkopf, einen frühen Gegentreffer wollte man sich definitiv nicht leisten. So gab es viel kontrollierten Ballbesitz, dem ein bitterböser Fehlpass von Leonardo Bonucci folgte, der beim Spielaufbau den Ball völlig unnötig in den Fuß von Robinho spielte.

Bittere Fehlentscheidung des Schiedsrichters

Von dort gelangte der Ball zu Antonio Nocerino, der per Fernschuss den Verursacher so unglücklich anschoss, dass Gianluigi Buffon dem Ball nur noch hinterherschauen konnte (15.). Für Nocerino war das 1:0 der achte Saisontreffer. Die Gäste mussten nun kommen und Milan probierte sich mit schnellen Kontern – die Alte Dame hatte dabei große Probleme in der Rückwärtsbewegung.

Probleme hatte auch Schiedsrichter Paolo Tagliavento, der für einen Moment seines Augenlichts beraubt schien. Nach einem Eckball und einer großartigen Parade Buffons köpfte Sulley Muntari den Ball eindeutig ins Tor. Die Rettungstat von Buffon kam zu spät, doch Tagliavento entschied sich dafür, das Spiel weiterlaufen zu lassen - auch da Buffon sehr schnell reagierte und den Ball wieder ins Spiel gebracht hatte.

Im Gegenzug rettete Christian Abbiati bei einem Fernschuss von Marcelo Estigarribia glänzend (27.) und die 80.000 Zuschauer bekamen nun das Spitzenspiel zu sehen, das man sich erhofft hatte. Die Rossoneri blieben jedoch am Drücker und bei den schnellen Gegenstößen über den sehr spielfreudigen Robinho wurde es immer wieder gefährlich.

Mark van Bommel hatte dann das 2:0 auf dem Fuß, sein Schuss strich denkbar knapp am Pfosten vorbei (42.). Mit Ablauf der regulären Spielzeit ereilte Arturo Vidal auf der Gegenseite das gleiche Schicksal. So ging es mit der verdienten 1:0-Führung für Milan in die Pause, die der Schiedsrichter in seiner besten Szene nahezu pünktlich anzeigte.

Matri trifft zum 1:1

Beide Trainer veränderten ihre Elf auf einer Position und so kamen Simone Pepe für Marcelo Estigarribia sowie El Shaarawy für Pato. An der Dominanz Milans änderten die personellen Veränderungen nichts und auch an der schwachen Leistung des Unparteiischen, der Robinho nach Attacke von Vidal einen durchaus berechtigten Elfmeter verweigerte (54.).

Die Alte Dame hatte nun jegliche Bindung zum Spiel verloren, aber auch Milan schaffte es nicht, eine Vorentscheidung und den vorzeitigen K.o. zu erzwingen. Dass eine 1:0-Führung durchaus trügerisch ist, hätte Milan in der 69. Minute fast bitter erfahren müssen. Giorgio Chiellini brachte einen Pass von Pirlo per Direktabnahme in den Sechzehner und Abbiati klärte in höchster Not gegen Fabio Quagliarella.

Juve kam nochmal und erneut war es der Schiedsrichter, der einmal mehr keine glückliche Figur machte. Bei einem Treffer des eingewechselten Alessandro Matri (80.) entschied Tagliavento auf Abseits – gleiche Höhe wäre auch eine vertretbare Entscheidung gewesen. Milan hatte an Souveränität eingebüßt und dies rächte sich in der 83. Minute, als Matri eine wunderbare Flanke von Pepe volley in die Maschen drosch.

Rot gegen Vidal

Zum Abschluss des Spiels kassierte Vidal dann noch eine diskussionswürdige Rote Karte, als er van Bommel mit einem taktischen Foul, allerdings von hinten kommend, zu Boden beförderte. Keine klassische Fehlentscheidung, doch es passte zum Gesamteindruck des Spiels. Es blieb schließlich beim 1:1 und Juventus Turin verteidigte damit eine beeindruckende Serie.

Denn die Alte Dame hat in dieser Spielzeit noch keines der 27 Pflichtspiele verloren, gewann zudem das Halbfinal-Hinspiel im italienischen Pokal bei Milan mit 2:1. Für die Rossoneri war es sicherlich ein verschenkter Sieg, gerade da das nicht gegebene Tor vielleicht zu einer Vorentscheidung gereicht hätte. So bleibt in der Liga alles beim Alten.

Gunnar Beuth

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker