VG-Wort Pixel

International Coppa Italia - Juve nach Verlängerung im Finale, 2 -2 gegen Milan


Juventus Turin hatte schon wie der sichere Finalist ausgesehen, doch Milan schlug in Person von Maxi López noch einmal zu und rettete sich in die Verlängerung. Dort traf nur noch Mirko Vucinic und machte den Einzug ins Pokalfinale perfekt.

Rekordmeister Juventus Turin hat im italienischen Fußball-Pokal das Finale erreicht. Nach dem 2:1 im Hinspiel gegen den AC Mailand genügte dem neunmaligen Cup-Sieger im Rückspiel ein 2:2 (1:2, 1:0) nach Verlängerung zum Erreichen des Endspiels.

Juves 37-jähriger Altstar Alessandro del Piero brachte Juventus in der 28. Minute in Führung, ehe Djamel Mesbah (51.) den Ausgleich besorgte (51.). Der Argentinier Maxi López (81.) erzwang schließlich die Verlängerung. Dort markierte Juve-Stürmer Mirko Vucinic (96.) noch den Ausgleich. Im Finale wartet der Sieger aus der Partie Neapel gegen Siena, der Aufsteiger hatte das Hinspiel überraschend mit 2:1 gegen Napoli gewonnen.

Die Ausgangsposition für Juve war vor dem Rückspiel denkbar gut, hatte die 'Alte Dame' das Hinspiel in Mailand durch einen Doppelpack von Winter-Neuzugang Martín Cáceres doch mit 2:1 gewonnen, für Milan hatte Stephane El Shaarawy den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgt.

Wechsel bei Juve, Sorgen bei Milan

Trotzdem veränderte Juve-Coach Antonio Conte im Vergleich zum Hinspiel auf fünf Positionen: für Simone Padoin, Marcelo Estigarribia, Marco Borriello, Andrea Barzagli und den Doppeltorschützen Cáceres waren Stephan Lichtsteiner, Simone Pepe, Paolo De Ceglie, Arturo Vidal und Mirko Vucinic, der beim 5:0 in Florenz mit einem Tor und drei Vorlagen eine Gala-Leistung gezeigt hatte, von Beginn an auf dem Platz. Zudem spielte wie immer im Pokal Marco Storari im Tor für Gigi Buffon.

Auf den AC Mailand wartete also ein hartes Stück Arbeit im 209. Aufeinandertreffen der beiden Clubs, zudem musste Massimiliano Allegri mit Robinho, Kevin-Prince Boateng, Pato und Mark Van Bommel auf vier absolute Leistungsträger verzichten. Van Bommel wurde durch Alberto Aquilani ersetzt, für Daniele Bonera und Massimo Ambrosini versuchten Luca Antonini und Sulley Ali Muntari das Hinspielergebnis umzubiegen. Und auch bei Milan stand – wie üblich – der Ersatzmann zwischen den Pfosten, Marco Amelia vertrat Christian Abbiati.

Und das versuchten die Rossoneri von Beginn an und setzten Juve sofort unter Druck. Allerdings konnten sich die Gäste trotz mehr Spielanteilen zunächst keine guten Tormöglichkeiten erspielen. Der erste Aufreger ereignete sich dann auch außerhalb der Strafräume: Muntari rauschte Lichtsteiner in die Parade und sah dafür völlig zurecht die Gelbe Karte (16.).

Milan macht das Spiel, Juve das Tor

Der Winterzugang von Lokalrivale Inter war es auch dann, der die erste gute Chance einleitete. Er schickte Zlatan Ibrahimovic – den Ex-Spieler pfiffen die Juve-Fans gnadenlos aus – in den Stafraum, dort ließ er zwei Mann aussteigen, aber Storari war bei seinem Schuss auf dem Posten (22.). Und auch die nächste Chance hatte Milan drei Minuten später. Clarence Seedorf hielt aus gut 25 Metern einfach mal drauf, verfehlte das Ziel aber nur denkbar knapp.

Das Tor sollte dann völlig überraschend auf der anderen Seite fallen. Emanuele Giaccherini flankte von rechts und Kapitän Alessandro Del Piero ließ Amelia in der 28. Minute keine Chance. Milan zeigte sich geschockt und kam bis zur Pause gar nicht mehr in die Partie. Nur zwei Minuten nach der Führung spielte Juve einen Konter gut aus, aber Vucinic' Abschluss war zu schwach. Danach sollte bis zur Pause nicht mehr viel passieren. Juve ging etwas glücklich in Führung, bestimmte danach aber die Partie, Milan zeigte insgesamt zu wenig und wirkte nach dem Rückstand konsterniert.

Nach einer schwachen ersten Hälfte blieb Ibrahimovic in der Kabine, für ihn kam Maxi López. Und die zweite Halbzeit begann für Milan richtig gut. Simone Pepe ließ Djamel Mesbah laufen, so dass der Linksverteidiger bei einer weiten Flanke von Philippe Mexes vollkommen frei zum Kopfball kam und zum 1:1 ausglich (51.). Milan drängte nun auf das zweite Tor, denn das hätte die Verlängerung bedeutet. Allerdings kamen die Mailänder wie schon im ersten Abschnitt kaum zu nennenswerten Chancen, die Sechszehner blieben auf beiden Seiten verwaist.

Milan dreht die Partie – Verlängerung

Und ebenfalls wie in Halbzeit eins fiel das Tor auf der Gegenseite – zumindest fast. Vucinic setzte sich gegen zwei Gegner klasse durch, aber der Außenpfosten verhinderte die Entscheidung zu Gunsten von Juventus (67). Und so gelang Milan tatsächlich noch der zweite Treffer. Seedorf spielte einen Pass auf Maxi López, der drehte sich um Gegenspieler Nummer eins und ließ dann noch Nummer zwei alt aussehen und jagte den Ball unhaltbar in den Winkel (81.).

Eine Verlängerung wollte sich Juve aber nicht antun und drängte auf den Ausgleich. Die beste der nun zahlreichen Chancen hatte Marco Borriello. In der 86. war er allein auf Amelia zugelaufen, scheiterte aber am gut reagierenden Schlussmann. Letzlich war Turin kein Treffer mehr vergönnt, es blieb beim 1:2 und so ging es in die Verlängerung. Das 1:2 war gleichzeitig Juves erste Pflichtspielniederlage dieser Saison – zumindest nach 90 Minuten.

Und dort machte Juve da weiter, wo es nach dem Rückstand aufgehört hatte. Milan konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien und folgerichtig fiel auch der Ausgleich. Nachdem Claudio Marchisio aus zehn Metern das leere Tor nach einem Abpraller nicht getroffen hatte, machte es Vucinic drei Minuten später besser. In der 95. Minute fasste sich der Montenegriner ein Herz und zog aus 25 Metern ab. Der Hammer schlug im Netz ein, allerdings sah der Ball nicht ganz unhaltbar aus.

Davon erholte sich Milan nicht mehr, scheinbar schein die Aufholjagd zuviel Kraft gekostet zu haban. Juventus kontrollierte das Geschehen bis zum Ende des Spiels, stand bombensicher in der Abwehr und ließ keine weitere Torchance der Rossoneri zu. So steht Juve vollkommen verdient im Final der Coppa Italia.

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker