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International: Premier League - United wieder punktgleich mit City

Die Premier League erlebte unter der Woche einen unterhaltsamen Abend: Manchester City verlor in Everton, im Old Trafford wurde ein Spieler eines anderen Clubs gefeiert und die Krise des FC Chelsea geht auch weiter.

Der Titelkampf in der Premier League ist wieder völlig offen. Während Manchester United sein Heimspiel gegen Stoke City souverän mit 2:0 gewinnen konnte, verlor Stadtrivale City auswärts beim FC Everton mit 0:1. Somit stehen die beiden Clubs aus Manchester wieder punktgleich an der Spitze, die Blauen führen noch wegen des besseren Torverhältnisses.

Das Spiel im Goodison Park in Liverpool hatte zwei Protagonisten. In der ersten Halbzeit kettete sich ein Zuschauer mit Handschellen an den Pfosten von City-Keeper Joe Hart, das Spiel musste für fünf Minuten unterbrochen werden. Den Siegtreffer für Everton erzielte dann mit Darron Gibson ein ehemaliger Akteur von Man United (60.). Gibson wurde dafür in zwei Stadien gefeiert, denn auch im Old Trafford hallten Sprechchöre durch das Rund.

Hinter United und City festigte Tottenham mit einem 3:1-Heimsieg gegen Wigan den dritten Tabellenplatz, Gareth Bale war mit zwei Treffern der Matchwinner. Dahinter geht die Krise des FC Chelsea weiter, nur mit Glück holten die Blues beim 1:1 einen Punkt und liegen mittlerweile schon zwölf Punkte hinter der Spitze.

Manchester United – Stoke City 2:0

Ohne Wayne Rooney tat sich United in der ersten Halbzeit lange sehr schwer. Stoke kam fast ohne offensive Ambitionen ins Old Trafford und stellte sich hinten rein. Den Gastgebern fehlte ein Ideengeber, so blieb es zunächst bei den Chancen von Paul Scholes (21.), der knapp am Pfosten vorbei zielte und Michael Carrick (33.), der von Dimitar Berbatov super eingesetzt wurde, sich aber nicht wirklich zwischen Pass und Schuss entscheiden konnte.

Wenn United etwas schneller spielte, bekam Stoke aber sofort Probleme, Jermaine Pennant wusste sich in einem dieser seltenen Fälle nur mit einem Foul helfen, Schiedsrichter Mike Jones zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Javier Hernandez nutzte die Chance, seine Torflaute zu beenden und verwandelte sicher zur Pausenführung (38.).

Im zweiten Durchgang war es dann wieder ein Elfmeter, der die Red Devils jubeln ließ. Diesmal wurde der auffällige Antonio Valencia gefoult, Dimitar Berbatov verwandelte nicht ganz so sicher wie Hernandez (53.). Den Zuschauern war es völlig egal, denn kurze Zeit später wurde Gibsons Treffer bekanntgegeben und das eigene Spiel interessierte kaum noch. Dementsprechend arm an Höhepunkten war dann auch die Schlussphase, Stoke fehlten an diesem Abend einfach die Mittel, United zu gefährden.

FC Everton – Manchester City 1:0

Abgesehen von dem angeketteten Fan hatte City im ersten Durchgang alles im Griff, nur ein Tor fehlte dem Tabellenführer. Everton hatte zu Beginn eine Riesenchance durch Denis Stracqualursi (8.), im weiteren Verlauf dominierte aber nur der Tabellenführer. Chancen waren aber Mangelware, David Silva scheiterte kurz vor dem Pausenpfiff am Aluminium (42.).

Vor dem Spiel hatte Evertons Coach David Moyes auf Understatement gemacht: "City ist eine viel bessere Mannschaft als noch vor einem Jahr. Aber vielleicht helfen uns ihre Abstellungen für den Afrika Cup, heute etwas mitnehmen zu können – wenn wir etwas Glück haben." Das Glück hatte an diesem Abend einen Namen, denn Darron Gibson leistete mit seinem abgefälschten Tor Schützenhilfe für seinen Ex-Club (60.), die Vorarbeit kam von Leihspieler Landon Donovan.

City stemmte sich gegen die drohende Niederlage, viel fiel dem Team von Trainer Roberto Mancini dabei aber nicht ein. Einmal hatte der Spitzenreiter aber auch Pech, bei einem Schuss von Aleksandar Koralov bekam Phil Neville den Ball an die Hand, Schiedsrichter Peter Walton ließ aber weiterspielen und so blieb es beim glücklichen Erfolg für die Toffees.

Swansea City – FC Chelsea 1:1

An dem Tag, als die Blues mal wieder ein sattes Minus von 67,7 Millionen Pfund (rund 81,6 Millionen Euro) für das abgelaufene Geschäftsjahr bekanntgeben mussten, gab es auch den nächsten sportlichen Rückschlag zu verkraften. Das Remis beim Aufsteiger kam total glücklich zustande, der Anschluss nach oben ist trotzdem komplett verloren und mit einem Sieg in Bolton könnte der FC Arsenal auf drei Punkte heranrücken – selbst die Reds aus Liverpool stehen nach dem 2:0-Sieg in Wolverhampton (Tore: Andy Carroll, Craig Bellamy und Dirk Kuyt) nur noch vier Zähler hinter Chelsea.

Im ersten Durchgang war Swansea spielbestimmend, Chelsea tat sich gegen die engagierten Gastgeber extrem schwer. Doch die Waliser hatten nicht nur Kampf zu bieten, die Führung fiel durch ein wahres Traumtor: Scott Sinclair nahm sich nach einem abgewehrten Ball volley ein Herz und nagelte ihn in die Maschen (40.).

Auch nach dem nötigen Pausentee wurde das Spiel der Blues nicht besser, einzig durch Einzelaktionen kam Chelsea mal gefährlich vor das Tor von Swansea. Zu allem Überfluss sah in der Schlussphase Ashley Cole die Ampelkarte (86.) und wird im nächsten Spiel fehlen. Als die Zuschauer in Swansea bereits die drei Punkte verbucht hatten, schlug Chelsea dann doch nochmal zu. Und zwar in Person von Neil Taylor, der spielt beim Aufsteiger und wollte sich nach dem Eigentor nur noch einbuddeln.

Tottenham Hotspur – Wigan Athletic 3:1

Die Spurs legten den Grundstein für den wichtigen Heimsieg bereits im ersten Durchgang. Und wieder war es Luka Modric, der für Tottenham den Unterschied ausmachte. Der Kroate legte zunächst Gareth Bale mit einem Traumpass das Führungstor auf (29.). Nur kurz darauf zog Modric selbst von der Strafraumkante ab und der Ball schlug unhaltbar für Ali Al Habsi im unteren Eck ein (34.). Einziger Wermutstropfen für die Spurs war die erneute Verletzung von Rafael van der Vaart, der Ex-Hamburger musste mit muskulären Problemen vom Platz.

Nach der Pause dominierten die Spurs weiter, Wigan hatte sich bereits aufgegeben und so konnten die Gastgeber in Ruhe das Ergebnis verwalten. Bale legte einen für ihn typischen Treffer nach, von der linken Seite schlug der Ball im langen Eck ein (64.). Der Anschlusstreffer von James MacArthur (80.) war abgefälscht, deshalb extrem glücklich und kam aber auch zu spät. Die Spurs festigten durch den Erfolg den dritten Tabellenplatz.

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