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Jürgen Klopp über HSV-Trainer Zinnbauer: "Er war der jüngste Immobilienmakler im Profifußball"

Mit Josef Zinnbauer hat der HSV einen Nobody als Trainer präsentiert. BVB-Coach Jürgen Klopp kennt ihn. Sein Kommentar lässt vermuten: Zinnbauer passt gut zum Club der Pfeffersäcke.

Von Carsten Heidböhmer

BVB-Coach Jürgen Klopp war nach der Champions-League-Partie gegen den FC Arsenal bester Laune. Gerade hatte seine Mannschaft den englischen Spitzenclub mit 2:0 nach Hause geschickt, hatte berauschenden Fußball geboten - und sich dabei auch von einer immer länger werdenden Verletztenliste nicht aus dem Konzept bringen lassen. Entsprechend gelöst wirkte er auf der anschließenden Pressekonferenz. Die war eigentlich schon vorbei, als noch eine letzte Frage gestellt wurde: Ob er, Klopp, denn seinem ehemaligen Mannschaftskollegen schon zur Beförderung zum Cheftrainer des HSV gratuliert habe, wollte ein Journalist wissen.

Tatsächlich hat Jürgen Klopp in seiner aktiven Zeit als Spieler zusammen mit Josef "Joe" Zinnbauer beim FSV Mainz 05 die Fußballschuhe geschnürt. Was der BVB-Trainer über seinen Ex-Kollegen zu berichten wusste, war dann aber alles andere als schmeichelhaft: "Er war damals im 'Aktuellen Sportstudio', weil er der jüngste Immobilienmakler im Profifußball war", so Klopp. "Er war der erste Mensch, den ich kennengelernt habe, der drei Handys hatte. Und ich hatte noch gar keins. Und hat nebenher in Immobilien gemacht."

Fransige Jeans und Dreitage-Bart

Die Botschaft zwischen den Zeilen war eindeutig: So einer passt gut zum Club der Pfeffersäcke. Die Einlassungen sind insofern pikant, als dass Klopp selbst 2008 einmal als HSV-Trainer im Gespräch war. Doch dann ließ der damalige Sportchef (und aktuelle Vorstandsvorsitzende) Dietmar Beiersforfer Klopp von einem Privatdetektiv beschatten. Der fand offenbar Dinge heraus, die nicht zu einem Verein vom Rang des HSV passten: Einem Bericht der "Sport-Bild" zufolge notierte der Detektiv, der damalige Mainzer Coach trage fransige Jeans und Dreitage-Bart und bediene sich einer flapsigen Wortwahl. Klopp landete schließlich nicht beim HSV, sondern wurde im Sommer 2008 Trainer vom BVB, den er zu zwei Meisterschaften, einem DFB-Pokalsieg und ins Champions-League-Finale führte.

Zinnbauer passt offenbar deutlich besser zum Hamburger HSV, mit dem der BVB-Coach inzwischen seinen Frieden geschlossen hat. Und so fand Klopp doch noch positive Worte für seinen neuen Trainerkollegen und beendete die Pressekonferenz versöhnlich: "Freut mich für ihn, dass er die Chance gekriegt hat."

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