Kommentar Lust auf mehr


Drei Spiele, drei Siege, 17:0 Tore - die Bilanz von Joachim Löw liest sich gut - sogar sehr gut. Noch nie startete ein deutscher Bundestrainer so erfolgreich in seine Amtszeit. Nach dem sommerlichen WM-Rausch war damit nicht unbedingt zu rechnen.
Von Klaus Bellstedt

Die Gemeinde der Skeptiker fragte sich, ob diese junge Mannschaft ohne ihren Chefmotivator Jürgen Klinsmann dem biederen Alltag einer EM-Qualifikation überhaupt gewachsen sei. Die Antwort lautet: ja! Wobei die Initialzündung für das Herüberretten der Euphorie in die Post-WM-Zeit noch nicht einmal von einem Pflichtspiel, sondern von einem Kick in Freundschaft ausging. Beim 3:0-Sieg Mitte August gegen Schweden zeigte die deutsche Nationalmannschaft exakt den Fußball, mit dem sie sich Wochen zuvor in die Herzen der Fans gespielt hatte. Es war die erste Begegnung unter der Ägide von Jogi Löw. Leicht ließe sich ausrechnen, was passiert wäre, wenn dabei eine Niederlage herausgesprungen wäre.

Die Generalprobe für den Ernstfall wurde mit Bravour gemeistert, genauso wie die Pflichtspiel-Premiere des neuen Coaches. Natürlich war der 1:0-Erfolg gegen die kampfstarken Iren keine Gala, mehr ein Arbeitssieg. Aber zu erwarten, dieses Team könne jeden Gegner, egal welcher Couleur, im Vorbeigehen einfach so wegpusten, wäre vermessen. Zumal die Mannschaft im Abwehrverbund komplett umgestellt wurde. Die Kombination mit den beiden Friedrichs in der Innenverteidigung gab es vorher tatsächlich noch nie.

Färöer-Inseln lassen grüßen

Nun also das 13:0-Schützenfest von San Marino. Der höchste Auswärtssieg in der 98 Jahre währenden deutschen Fußballgeschichte erfüllte abermals alle Wünsche. Und er war gut fürs Selbstvertrauen. Die vielen Tore können in der Endabrechnung noch mal wichtig werden. Nur die beiden Gruppenersten sind für die EM 2008 qualifiziert. Im Zwerg-Staat entledigte sich die deutsche Nationalmannschaft mit viel Spielwitz einer lästigen Pflichtaufgabe. Auch weil Jogi Löw seiner Truppe vor dem Spiel die richtige Einstellung hat einimpfen können. Das die stimmte, war die vielleicht wichtigste Erkenntnis, die man aus dem Kick an der Adria ziehen konnte. Die Färöer-Inseln lassen grüßen...

Keine Frage, die deutsche Nationalmannschaft unter ihrem neuen Trainer Joachim Löw lässt derzeit keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Hürde EM-Qualifikation ohne Problem nehmen wird. Die riesige, ja fast schon erdrückende Erwartungshaltung im eigenen Land hat das Team nicht gehemmt. Im Gegenteil: Klose, Ballack, Podolski und Co. ist es gelungen, die Euphorie rund um "des deutschen liebstes Kind" weiter aufrecht zu erhalten. So kann es weitergehen!


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