Helm-Eklat bei Winterspielen
Ukrainer Heraskewytsch rechnet nicht mehr mit Olympia-Start

Wladislaw Heraskewytsch glaubt nicht mehr an einen Olympia-Start. Foto: Peter Kneffel/dpa
Wladislaw Heraskewytsch glaubt nicht mehr an einen Olympia-Start. Foto
© Peter Kneffel/dpa
Der Skeleton-Pilot stellt sich nach der Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof von einer ukrainischen Flagge umhüllt den Fragen. Es dürfte noch heute zu einem Urteil kommen.

Nach der Anhörung im Eilverfahren um seinen Ausschluss von den olympischen Skeleton-Wettbewerben geht der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch nicht mehr von einer nachträglichen Teilnahme aus. "Das hat sich erledigt", sagte er in Mailand umhüllt von einer ukrainischen Flagge. 

In einer rund zweieinhalbstündigen Anhörung vor der Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofs Cas kämpfte er gegen die Entscheidung des zuständigen Weltverbandes IBSF, ihn von den Rennen in Cortina d'Ampezzo auszuschließen.

Heraskewytsch: "Ich bereue nichts"

Der Ausgang in dem Eilverfahren ist weiter offen. Heraskewytsch ist davon überzeugt, dass der Cas zu seinen Gunsten entscheiden werde. Der Ukrainer plant aber nicht mehr, ins olympische Dorf nach Cortina d'Ampezzo zurückzukehren. "Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich glaube, dass ich im Recht bin", erklärte Heraskewytsch. "Ich bereue nichts."

Hoffen auf schnelles Urteil

Entschieden wird der Fall von einer Schiedsrichterin, der deutschen Rechtsanwältin Annett Rombach. "Wir hoffen, dass wir heute ein Urteil verkünden können. Aber es ist schwer zu sagen, wann", sagte Matthieu Reeb, der Cas-Generaldirektor. Vor Ort waren Heraskewytsch und sein Vater sowie Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zudem sollten per Video Vertreter des Weltverbandes IBSF und der Rechtsbeistand des Athleten zugeschaltet werden.

Hintergrund war, dass Heraskewytsch sich geweigert hatte, auf das Tragen eines vom IOC verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen zu verzichten.

Das IOC untersagt politische Botschaften während der Wettkämpfe und hatte den Ukrainer mehrfach aufgefordert, einen anderen Helm zu verwenden. Der 27-Jährige argumentiert, es habe bereits ähnliche Fälle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch.

Erst noch Hoffnung auf Rückkehr in laufenden Wettbewerb

Heraskewytsch verlangt vor dem Cas die Aufhebung der Entscheidung und seine sofortige Wiederzulassung zu den Winterspielen. Sein Ziel sei es ursprünglich noch gewesen, doch noch am Skeleton-Wettbewerb teilzunehmen.

Allerdings wurden die ersten beiden Läufe bereits am Donnerstag absolviert. Für heute Abend ab 19.30 Uhr ist die Medaillenentscheidung mit den Läufen drei und vier geplant.

"Für mich es ist jetzt natürlich schwer nachzuvollziehen, wie wir das umsetzen können", hatte Heraskewytsch noch vor der Anhörung auf die Frage geantwortet, wie er denn doch noch in den Wettbewerb einsteigen könne. Vielleicht müsse man die ersten beiden Läufe annullieren oder er selbst müsse mehrere Läufe an einem Tag bestreiten, sagte der Ukrainer.

dpa

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