Länderspielabsage Nationalspieler will nicht nach Israel


Die Absage des U-21-Nationalspielers Ashkan Dejagah für das Länderspiel gegen Israel sorgt für Aufregung. Der 21-Jährige stammt aus dem Iran und begründet seine Absage mit "sehr persönlichen Gründen." Der Zentralrat der Juden kritisierte die Entscheidung scharf.

Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montagabend mitteilte, bat der Profi des VfL Wolfsburg DFB- Trainer Dieter Eilts, "aus persönlichen Gründen nicht für das Länderspiel am 12. Oktober 2007 in Israel berücksichtigt zu werden. Diese persönliche Begründung wurde durch den Trainer akzeptiert."

Dejagah sagte laut DFB-Pressemitteilung: "Ich bitte um Verständnis, dass diese Gründe sehr persönlicher Natur sind und in meinem engsten familiären Umfeld begründet liegen. Insofern danke ich dem DFB auch sehr für das Vertrauen und die Diskretion." Er habe mit dem DFB-Trainer darüber gesprochen, erklärte er. Eilts habe "sofort Verständnis gezeigt". Die "Bild"-Zeitung hatte den 21- Jährigen mit den Worten zitiert: "Das hat politische Gründe. Jeder weiß, dass ich Deutsch-Iraner bin." Seit der Islamischen Revolution von 1979 lehnt es Iran ab, Israel anzuerkennen und verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise sowie den sportlichen Wettkampf.

Kritik vom DFB-Präsidenten

Deutliche Kritik kam von DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Ich habe die Entscheidung des Trainers respektiert, weil er mir vermitteln konnte, dass der Spieler Gründe angeführt hat, die im privaten Bereich liegen. Meine Grundposition und die des DFB ist jedoch klar: Wir werden nicht hinnehmen, dass ein deutscher Nationalspieler aus Gründen der Weltanschauung seine Teilnahme an einem Länderspiel absagt", meinte Zwanziger in der DFB-Mitteilung.

Beim Zentralrat der Juden herrscht Empörung über Dejagahs Verhalten. "Es ist undenkbar und unmöglich, dass ein Nationalspieler einen privaten Judenboykott initiiert", sagte Vizepräsident Dieter Graumann. "Es wäre skandalös, wenn der DFB dieses Verhalten nicht sanktioniert."

DPA DPA

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