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Bundesliga im stern-Check: Lasst die Bayern endlich in der Superliga spielen - sie brauchen die Bundesliga nicht mehr

Das Bundesliga-Wochenende hat wieder gezeigt: Die Bayern spielen in einer anderen Liga, ein echter Wettbewerb findet nicht mehr statt: Deshalb muss die Konsequenz lauten: Die Bundesliga sollte ohne die Bayern spielen.

Übermacht in Rot: Robert Lewandowski und seine Mitspieler ließen Fortuna Düsseldorf nicht den Hauch einer Chance

Übermacht in Rot: Robert Lewandowski und seine Mitspieler ließen Fortuna Düsseldorf nicht den Hauch einer Chance

AFP

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 29. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Der Aufreger des Spieltages

TV-Fußball-Experte Marcel Reif geht seit einiger Zeit mit einer These hausieren, die er am Sonntag in der Talkshow "Doppelpass" wieder vortrug: Die Bayern werden sich in absehbarer Zeit von der Bundesliga verabschieden, um mit den anderen Großklubs Europas eine in sich geschlossene Superliga zu gründen. Warum? In der Liga gäbe es keinen ernst zunehmenden Gegner mehr, der Titelkampf sei seit Jahren eine Farce und die Bayern könnten mehr Geld verdienen, wenn sie sich in einem europäischen Rahmen vermarkteten. In den anderen großen Ligen sei die Lage ähnlich, deshalb werde die Superliga kommen. 

Auch wenn jetzt alle Fußball-Traditionalisten vor Wut explodieren: Recht hat er. Die Bayern dominieren die Liga nicht nur, sie erdrücken sie. Die Tore beim 5:0-Sieg gegen Düsseldorf fielen wie in einem Trainingsspiel, auch Rivale Borussia Dortmund hatte zuletzt keine Chance gegen kühl und überlegen agierende Münchner und ist deswegen auch kein echter Gegner. Was Bayernfans gefällt, verbreitet für den Rest der Anhänger tödliche Langeweile. Schluss damit. Auch eine gerechtere Neuverteilung der TV-Gelder, wie sie der Präsident von Fortuna Düsseldorf, Thomas Röttgermann, im "Dopa" erneut ins Spiel brachte, wird die Ungleichheit nicht beseitigen. Lasst die Bayern ziehen und ihren Liga-Alltag gegen Manchester City und Real Madrid gestalten. Ist für alle besser. Oder?

Der Gewinner des Spieltages

Werder Bremen hatte bei uns fast schon einen Stammplatz in der Kategorie "Verlierer", das wollen wird heute korrigieren. Seit der Partie gegen Freiburg spielt das Team von Florian Kohfeldt wie ausgewechselt – und das ist eigentlich das Außergewöhnliche. Selten gelingt es Mannschaften, von heute auf morgen Fehler abzustellen und wieder in Form zu kommen. Bremen ist das zumindest für die vergangenen drei Spiele gelungen. Werder holte sieben Punkte, und hat wieder Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze. Ob das am Ende reicht, ist allerdings noch längst nicht ausgemacht.

Der Verlierer des Spieltages

Das ist Schalke. Gegen Bremen kassierte die Mannschaft die vierte Niederlage in Folge. Überhaupt hat Schalke erst einen Sieg seit Januar geholt und ist damit die schlechteste Mannschaft der Rückrunde, sogar noch schlechter als der Tabellenletzte Paderborn. Das nennt man einen Totalzusammenbruch. Die Gründe für den Absturz sind vielfältig, aber am Ende zeigen immer alle auf den Trainer. David Wagner, nach der Hinrunde mit 30 Punkten noch gefeiert, muss um seinen Job bangen. Die Gerüchteküche um einen Nachfolger brodelt bereits. Das ist meist kein gutes Zeichen.

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Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das dritte Tor der Bayern gegen Fortuna Düsseldorf durch Robert Lewandowski war herausragend herausgespielt. Alaba auf Lewandowski, der lässt den Ball abtropfen, Kimmich passt in den Rücken der Abwehr, Müller legt den Ball quer und Lewandowski netzt ein. Das war traumwandlerisch schön.

Das Bild des Tages

Marcus Thuram (l.) und Jadon Sancho

Marcus Thuram (l.) und Jadon Sancho zeigten sich am vergangenen Wochenende solidarisch mit dem Polizeiopfer George Floyd

DPA / AFP

Das Bild des Tages besteht diesmal aus einer Kombo zweier Aufnahmen. Sie zeigt Gladbachs Marcus Thuram kniend nach seinem Tor beim 4:1-Sieg gegen Union Berlin und Dortmunds Jaden Sancho nach seinem ersten von drei Treffern gegen Paderborn mit dem "Justice for George-Floyd"-Schriftzug auf dem Unterziehshirt. Auch Sanchos Teamkollege Achraf Hakimi trug ein Shirt mit den selben Worten beim 6:1-Sieg der Dortmunder. Am Samstag hatte bereits der Schalker Weston McKennie mit einer Armbinde seine Unterstützung für Floyd gezeigt und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Der Afroamerikaner Floyd war in den USA nach einem brutalen Polizeieinsatz zu Tode gekommen.

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