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Letztes Spiel bei Arsenal: Good Bye, "Mad Jens"

Jens Lehmann nimmt Abschied. Die deusche Nummer 1 wurde in seinem letzten Heimspiel für Arsenal noch einmal eingewechselt. Sein Trainer Arsene Wenger war danach voll des Lobes: "Jens war immer ein hundertprozentiger Profi." Wie es mit Lehmann sportlich weitergeht, ist ungeklärt.

Arsene Wenger hat Jens Lehmann zum Musterprofi erklärt und dem deutschen Fußball-Nationaltorhüter dafür zum Ende seiner Karriere beim FC Arsenal ein "Abschiedsspiel" geschenkt. "Es war sein Abschied, ja. Ich wollte ihm zeigen, dass wir ihn für das respektieren, was er für uns geleistet hat", begründete der Coach seine Entscheidung, den 38 Jahre alten Keeper am Sonntag im letzten Premier-League-Heimspiel der Saison in der 69. Minute einzuwechseln.

Lehmann, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, erhielt damit unverhofft die Gelegenheit, seinen Fans im Emirates-Stadion "Good bye" zu sagen. "Er war ein 100-prozentiger Profi, nicht immer ein einfacher Charakter, aber das nimmt man in Kauf, wenn der Kerl tagtäglich Einsatz zeigt", lobte Wenger den Deutschen, dessen Karriere in London damit einen halbwegs versöhnlichen Abschluss fand.

Wenger für Almunia

Für Lehmann, der nach dem mit 1:0 gewonnenen Match den Anhängern im Stadionrunde zuwinkte, war es erst der 13. Einsatz in dieser Saison und der 199. für Arsenal insgesamt. Zu Beginn dieser Spielzeit hatte er nach zwei Patzern und einer Schulterverletzung seinen Stammplatz im "Gunners"-Tor an die damalige Nummer 2, den Spanier Manuel Almunia, verloren.

Wenger hielt danach an dem Iberer fest. Und zwar auch, als die exzellent gestartete und Traumfußball spielende Elf mit einer Serie von Punktverlusten gegen Ende der Saison ins Straucheln geriet. Die Londoner verspielten damit ihre Chancen auf die englische Meisterschaft und unterlagen dem FC Liverpool im Viertelfinale der Champions League. Am Sonntag und im vorangegangenen Match ließ Wenger überraschend Arsenals Nummer 3, den Polen Lukasz Fabianski, spielen.

Rote Karte als Karriere-Schock

Lehmann war 2003 von Borussia Dortmund als Nachfolger des legendären David Seaman an die Themse gewechselt. Gleich in seinem ersten Jahr im Fußball-Mutterland war er Teil der "unbesiegbaren Kanoniere", die 2003/2004 ohne Niederlage blieben und souverän englischer Meister wurden.

Lehmann, von Teilen der Presse wegen seines Temperaments und seiner Spielweise "Mad Jens" getauft, gewann mit Arsenal außerdem 2005 den englischen FA-Cup und unterlag 2006 im Champions-League-Finale dem FC Barcelona. Lehmann sah ausgerechnet in diesem Endspiel nach einer Notbremse die Rote Karte (18. Minute) und leitete damit die 1:2-Niederlage ein.

Weitere Abgänge

Neben Lehmann werden wohl auch der Franzose Mathieu Flamini, der kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim AC Mailand stehen soll, und der Brasilianer Gilberto Silva den FC Arsenal verlassen. "Ich weiß nicht mehr als Sie", sagte Wenger vor der Presse zum Thema Flamini, "die Sache ist nicht in meiner Hand."

Er wünsche sich, dass Gilberto bleibe, sagte der französische Coach weiter. "Aber ich muss mich mit ihm zusammensetzten und hören, was er will. Gilberto ist wie Jens Lehmann: Du kannst dich auf sie verlassen, sie sind fantastische Profis. Wir haben mit Gilberto und Jens Titel gewonnen, weil sie ganz besondere Menschen sind. Du gewinnst nichts mit Durchschnittsleuten."

DPA

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