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Neuer Style beim Weltfußballer: Lieber Messi, warum so asi?

Lionel Messi hat einen neuen Style. Er trägt 'ne hippe Frise und hat sich großflächig Tattoos am Unterarm stechen lassen. Was hat den Knirps bloß so ruiniert?

Eine Glosse von Felix Haas

Lionel Messi trägt jetzt Tattoos am Arm - bei Gegenspieler Jerome Boateng (r.) ist das längst Alltag

Lionel Messi trägt jetzt Tattoos am Arm - bei Gegenspieler Jerome Boateng (r.) ist das längst Alltag

Ja, die Bayern sind raus. Wirklich furchtbar und schade und so. Aber mal ehrlich, es gibt viel, viel Schlimmeres als so ein Ausscheiden im Champions-League-Halbfinale. Es gibt persönliche Schicksale, die bewegen die Welt - und die sind so dramatisch, dass eine kleine Niederlage neben ihnen vollkommen unwichtig wird.

Lionel Messi zum Beispiel. Der erlebt gerade eine schwere Zeit. Also sportlich nicht, weil er steht ja im Finale. Und familiär eigentlich auch nicht, weil er wird zum zweiten Mal Papa. Aber irgendetwas muss mit ihm passiert sein. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen mit ihm.

Der kleine zigfache Weltfußballer, der bisher eher so die super liebe, zurückhaltende Wühlmaus mit Knuff-Faktor 1000 verkörperte, der jahrelang vor allem durch den Gegensatz seiner niedlichen Unschuld und der überragenden Fußball-Fähigkeiten auffiel, der Typ also, der selbst nach den größten Triumphen so angenehm zurückhaltend blieb, als habe er lediglich den Kreispokal von Rosario gewonnen, der macht jetzt einen auf dicke Hose. Will offenbar ein Typ werden. Ein argentinischer Gangster. Trägt jetzt großflächige Tattoos an Arm und Bein, dazu 'ne neue Frise, oben lange Gomez-Tolle, an den Seiten kurz - eher so Ronaldo-Style. Hip und so.

Er hat sein neues Selbst ausgekotzt

Natürlich wussten alle schon länger von den neuen Tattoos, die hatte er im Training nämlich schon gezeigt, was auf Facebook natürlich zu abermillionen Diskussionen führte. In den vergangenen Wochen trugt er dennoch häufig Longsleeve (auch beim Hinspiel). Am Dienstag in München kam es dann gewissermaßen zur offiziellen Vernissage. Grelles Trikot, kurze Ärmel, schwarze Haare, Riesen-Kriegsbemalung auf dem Teint. Der neue Messi will ein Macker sein.

Bunt bemalt: Messis Arm

Bunt bemalt: Messis Arm

Vielleicht hat ja auch die Weltmeisterschaft etwas mit seinem Wandel zu tun. Vielleicht hat man das nicht ernst genug genommen als Fan. Der beste Fußballer der Welt verpasst seinen Titel. Und dann kommt er aus der Sommerpause und kotzt erstmal bei jedem Training. Und sogar mitten im Spiel.

Alle waren irritiert: Geht's dem nicht gut? Ist er krank? Nee, alles gut, hieß es immer. Ursache unklar. Wie gesagt: Man hat es nicht ernst genug genommen.

Jetzt ergibt alles einen Sinn. Messi hat offensichtlich mit sich gerungen, mit seinem alten Selbst. Vielleicht war es die Wut, die Enttäuschung über die große Niederlage. So etwas kann bei Menschen Schlimmes auslösen. Messi also kotzte. Er kotzte gewissermaßen sein altes Selbst aus. Und jetzt steht er da, verwandelt, gehäutet wie eine Schlange: der neue Messi.

Der alte Messi machte Angst - der neue nicht

Als Fußball-Fan verdrückt man ein paar Tränen. Guckt sich vielleicht nochmal ein paar alte Youtube-Videos mit dem niedlichen Knirps von damals an. Wie Kindheits-Fotos. Früher war alles besser. Der alte Messi, er war unauffällig und einfach zu gut. Unauffälligkeit, das war doch auch Teil seines Spiels. Vor dem Messi hatte man Angst. Und jetzt? Ist der kleine Knirps so ein x-beliebiger pseudo-cooler, stinkreicher Fußballer. Vielleicht ist das die Ironie seiner Verwandlung: Angst hat nun niemand mehr.

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