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Kommentar

Nachfolger von Jupp Heynckes: Kovac ist nur dritte Wahl – weshalb er dennoch ein guter Bayern-Trainer sein könnte

Die Bayern haben sich entschieden: Niko Kovac wird ab nächster Saison die Mannschaft des deutschen Rekordmeisters trainieren. Dass Kovac nur dritte Wahl ist, heißt nicht, dass die Entscheidung falsch ist.

Ab der nächsten Saison heißt der Bayern-Trainer , und nicht Jupp Heynckes oder Thomas Tuchel. Heynckes war für die Bayern die erste Wahl. Sie wollten unbedingt mit ihm verlängern. Heynckes will aber mit seinen 72 Jahren endgültig in Rente gehen. Thomas Tuchel war die zweite Wahl, sagte aber ab, nachdem die Bayern zu lange mit einem Angebot gezögert hatten, weil sie auf Heynckes gehofft hatten. Tuchel wird jetzt Trainer des Scheichklubs Paris Saint-Germain. Also entschieden sich Hoeneß, Rummenigge und Manager Salihamidzic für Niko Kovac, der damit nur dritte Wahl ist.

Doch das ist nicht der einzige Makel, gegen den Kovac ankämpfen muss, sobald er auf der Bayern-Bank Platz nimmt. Gegen ihn spricht auch die mangelnde Erfahrung. Kovac hat noch keinen europäischen Spitzenklub trainiert, die kennt er nur als Zuschauer. Er war zwar zwei Jahre lang kroatischer Nationaltrainer, aber in der Welt der europäischen Spitzenklubs ist er ein Anfänger.

Niko Kovac wird gegen viel Skepsis ankämpfen müssen

Es gibt also berechtigte Gründe, Kovac mit viel Skepsis zu begegnen. Dennoch wäre es falsch und unfair, seine Verpflichtung schon jetzt zu verdammen.

Die folgen mit der Entscheidung für Kovac ihrer Mia-san-mia-Logik. Der Trainer spricht deutsch und hat Stallgeruch. Kovac spielte von 2001 bis 2003 für die Bayern und kennt Manager Hasan Salihamidzic gut. Es ist zudem eine Abkehr von der Linie der vergangenen Jahre, als mit Pep Guardiola und Carlo Ancelotti zwei internationale Größen das Sagen an der Säbener Straße hatten. Bekanntermaßen hat das zwar zu einer großen nationalen Dominanz geführt, aber in der Champions League blieben beide Trainer ohne Titel. Sie schafften es nicht einmal ins Finale.

Kovac hat Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg gerettet und den Klub in dieser Saison zu einem Kandidaten für das internationale Geschäft geformt. Wer weiß, was er aus den Bayern macht. Die Entscheidung für ihn ist auf jeden Fall mutig.


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