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Undiszipliniertes Megatalent: Er streikte sich vom BVB zu Barca - dort droht Dembélé nun seine Karriere aufs Spiel zu setzen

In seiner Zeit beim BVB galt er als eines der größten Juwelen im Weltfussball. Dann kam der Wechsel zum FC Barcelona. Eben dort droht Ousmane Dembélé nun wohl, seinen Vertrag zu riskieren. Und schuld daran ist nur er selbst.

Ousmane Dembélé ist den Fans vom BVB ob seines unschönen Abgangs in keiner guten Erinnerung geblieben

Ousmane Dembélé ist den Fans vom BVB ob seines unschönen Abgangs in keiner guten Erinnerung geblieben

DPA

"Ich bin kein Phänomen", "Wenn wir uns für die WM qualifizieren, dann werde ich alles dafür geben, um überhaupt dabei zu sein", "Neymar ist einer der besten der Welt. Ich bin jung und bin hier, um zu lernen". Fußballprofi Ousmane Dembélé gibt sich in Interviews gerne als bescheidenen jungen Mann aus, als Teamplayer, der sich unterordnet und fleißig an sich arbeitet. Doch dieses Image bekam bei seinem unrühmlichen Abgang vom BVB zu FC Barcelona erste massive Risse - und bei allem, was aktuell über den 21-Jährigen zu lesen ist, scheint der bescheidene Ousmane wohl eher ein Produkt seiner eigenen Fantasie zu sein.

Tatsächlich reiht sich beim hochbegabten Franzosen eine Eskapade an die nächste. Da ist zunächst natürlich sein absurdes Theater im vergangenen Sommer, um sich von Borussia Dortmund wegzupressen. Dembélé kam einfach wochenlang nicht mehr zum Training, bis der Verein ein dreistelliges Millionenangebot der Katalanen akzeptierte und Dembélé zu seinem Wunschverein weiterziehen durfte. Mit einer ähnlichen Methode hatte er sich zuvor übrigens bereits vom französischen Stade Rennes zum BVB gepresst.

Ex-BVB-Star: Die Karriere von Ousmane Dembélé in Bildern
Ousmane Dembélé beim BVB

Im Sommer 2016 kam Ousmane Dembélé von Stade Rennes zum BVB. Dort traf er seinen kongenialen Partner Pierre-Emerick Aubameyang (links). Der Franzose legte dem Gabuner in der Saison zahlreiche Tore auf.

Getty Images

Ousmane Dembélé und die Undiszipliniertheiten

Aber auch in Spanien macht das Megatalent mehr abseits des Platzes auf sich aufmerksam. Dabei geht es immer wieder um Undiszipliniertheiten. Laut spanischen Medien soll er einen Hang zu Partys und zu Fast Food haben. Nicht selten komme er zu spät zum Training und seinen Spanischunterricht habe er vernachlässigt, heißt es. Barca soll ihm sogar einen Koch und einen Chaffeur gestellt haben, um das Verhalten in den Griff zu bekommen, aber beide habe der Youngster wieder entlassen.

Könnten ihm die Eskapaden gefährlich werden? Sein Manager und auch der Verein blocken bislang noch ab. Es gebe keine Probleme mit Dembélé, er sei glücklich bei Barca. Man plane nicht, ihn zu verkaufen, heißt es von der anderen Seite. Doch zuletzt gab es erstmals spürbare Konsequenzen. Der Franzose hatte eine Trainingseinheit unentschuldigt geschwänzt. Auf telefonische Nachfrage, wo er denn bleibe, soll er über Bauchschmerzen geklagt haben. Ein zu ihm nach Hause geschickter Arzt fand dort laut Medienberichten heruntergelassene Jalousien und mehrere auf den Sofas schlafende Kumpels vor. Dembélé habe bis spät in die Nacht Videospiele gezockt, hieß es. Für das nachfolgende Spiel gegen Sevilla wurde er von Coach Ernesto Valverde aus dem Kader gestrichen. Seitdem hat der FC Barcelona noch kein weiteres Spiel bestritten.

Auch in der französischen Nationalmannschaft hat Dembélé nicht den einfachsten Stand. Während des WM-Sieges spielte er neben Superstars wie Mbappe und Griezmann nur eine untergeordnete Rolle, kam in Halbfinale und Final überhaupt nicht zum Einsatz. Coach Didier Deschamps zählte ihn zuletzt öffentlich an. "Ich kenne seine Ausreden. Egal ob bei seinem Verein oder bei der Nationalmannschaft, er muss sich etwas mehr auf die Dinge fokussieren, die den Alltag eines Profis auf so hohem Niveau bestimmen", ließ dieser verlauten. Dembélés Angewohnheit zu spät zu kommen, hat sich offenbar auch in Nationalmannschaftskreisen bemerkbar gemacht. Als es für die Weltmeister vom Verbandspräsidenten eine Uhr als Präsent gab, ermahnte dieser den Barca-Star, diese doch bitte stets zu tragen.

Geht Dembélé nach England?

Und so mehren sich die Gerüchte, das Kapitel Barcelona könnte für Dembélé schon bald wieder vorbei sein. Laut englischen Medien soll Liverpool Interesse an einer Verpflichtung haben. Barcelona dementiert entsprechende Gerüchte, aber so war es auch vor den letzten beiden Wechseln des Franzosen, und am Ende ging alles ganz schnell über die Bühne.

Gänzlich entspannt dürfte man die Situation beim BVB beobachten. Bekanntlich hat sich der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer beim Verkauf im vergangenen Sommer allerlei Bonuszahlungen zusichern lassen, etwa für eine gewisse Anzahl von Einsätzen oder wenn Barca mit Dembélé die Champions League gewinnt. Einem Bericht der "Welt" zufolge würden all diese Sonderzahlungen bei einem Weiterverkauft sofort fällig. Damit könnten in Dortmund bis zu 40 Millionen Euro eintrudeln.

Auch in der Revierstadt sorgt Dembélé übrigens noch ein Jahr nach seinem Skandal-Wechsel für Wirbel. Dem 21-Jährigen droht Ärger wegen nicht bezahlter Nebenkostenabrechnungen und anderen Schulden bei seinem ehemaligen Vermieter. Dieser hat Dembélé verklagt und fordert mehr als 20.000 Euro. Es geht um nicht zurückgegebene Schlüssel, nicht beglichene Heizkosten, kaputte Rolllädenkästen sowie Schäden im Parkett und an den Fliesen. Auch das will nicht so recht zu dem bescheidenden jungen Mann passen, als der er sich ausgibt.

Quellen: Goal.com / Sport.de / Fussballeuropa.com / "FAZ" / "Spiegel" / "Welt"

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