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Stimmen zum Spiel: Völler will weitermachen

Tiefe Enttäuschung im deutschen Lager nach dem EM-Aus: Rudi Völler will weitermachen, auch wenn er weiß, dass seine Person zur Diskussion steht.

Rudi Völler möchte seinen Vertrag als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bis 2006 trotz des vorzeitigen Ausscheidens bei der Europameisterschaft erfüllen. «Im Moment gehe ich noch davon aus», sagte Völler am Mittwochabend nach dem 1:2 gegen Tschechien auf der offiziellen Pressekonferenz, kündigte aber zugleich ein Gespräch mit dem Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an.

"Wir werden uns in aller Ruhe mit dem Präsidenten und dem Generalsekretär zusammen setzen und die Lage analysieren." Ihm sei bewusst, dass nach einem EM-Vorrunden-Aus ein Trainer zur Diskussion stehe: "Das ist eine ganz natürliche Sache. Aber man muss die Situation ganz klar bedenken."

Die anderen Stimmen zum Spiel:

Franz Beckenbauer (Ehrenspielführer deutsche Nationalmannschaft):

"Die deutsche Mannschat hat in der 2. Halbzeit eigentlich alles richtig gemacht, nur eben kein Tor erzielt. Ausgerechnet in die deutsche Drangperiode hinein ist dann das 1:2 gefallen. Dann war natürlich auch die Moral gebrochen. Das Tor fiel zum ungünstigsten Zeitpunkt, den man sich vorstellen kann. Wir alle müssen das erst mal verdauen."

Nach der EM-Pleite: Soll Rudi Völler zurücktreten?

Uwe Seeler (Ehrenspielführer deutsche Nationalmannschaft): "Natürlich sind wir alle enttäuscht. Unsere Mannschaft hat die erste Halbzeit ein bisschen verschlafen, die zweite war dann in Ordnung. Das Viertelfinale wäre schön gewesen, aber wir haben es nicht geschafft, das müssen wir nüchtern feststellen. Wir müssen daran arbeiten, dass wir wieder da hinkommen, wo wir hingehören."

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident):

"Ich bin traurig und enttäuscht von der Gesamtleistung der Mannschaft. Man wird sich jetzt in Ruhe zusammensetzen und diese EM analysieren müssen. Wir haben 2006 eine WM im eigenen Land, da möchte ich wissen, wie geht der Umbruch in der Mannschaft jetzt weiter. Man hat heute gesehen, dass wir Schwierigkeiten haben, wenn wir ein Spiel selbst gestalten müssen. Dazu kam, dass in der ersten Halbzeit gar keine Bewegung im Spiel war."

Otto Schily (Bundesinnenminister):

"Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, denn ich hatte auf 3:1 getippt. Wir haben gut mitgespielt und hatten einige gute Chancen, hätten aber einen Vollstrecker gebraucht. Bei der EM vor vier Jahren haben wir enttäuscht, diesmal hat die Mannschaft wirklich alles gegeben und dafür muss man ihr ein Kompliment aussprechen."

Fabian Ernst:

"Wie jetzt die Stimmung in der Kabine ist, kann man sich vorstellen. Alle sind betrübt und enttäuscht. Uns war klar, dass die Tschechen uns nicht den Gefallen tun würden und stürmen. Deshalb war es zunächst ein Spiel wie gegen die Letten. Es war uns allen klar, das auf einem so hohen Level schon der kleinste Fehler entscheiden kann. Wir haben über weite Strecken über ein Tor gespielt, aber der Ball wollte nicht rein."

Oliver Kahn:

"Wenn du nur zwei Tore in einer EM-Vorrunde schießt, ist es natürlich ganz ganz schwer durchzukommen. Das haben wir nicht geschafft, obwohl wir davon überzeugt waren, dass wir das Spiel heute gewinnen. Für die Zukunft gilt es nun, eine Nationalmannschaft zu finden mit einer guten Mischung aus Jung und Alt. Mit einer U-21 wird man in zwei Jahren sicher nicht Weltmeister. Und wo sind denn die jungen Spieler - wachsen die etwa auf den Bäumen?"

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