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Streit um van Bommel: Hoeneß will Veto bei Länderspielen

Im Streit mit dem niederländischen Fußballverband wegen der Verletzung von Mark van Bommel legt Uli Hoeneß nach: Künftig sollten die Vereine ihren Spielern "bei der kleinsten Verletzung" verbieten können, zu ihren Nationalmannschaften zu reisen, fordert der Bayern-Präsident.

Der FC Bayern München hat wegen des Streits mit dem niederländischen Fußball-Verband KNVB angedacht, angeschlagene Akteure bei Verletzungen künftig nicht mehr an Nationalmannschaften abzustellen. "Ich bin der Meinung, dass man in Zukunft den Spieler bei der kleinsten Verletzung zwingen können sollte, hier zu bleiben. Mal schauen, wer da am Ende Recht bekommt", sagte Präsident Uli Hoeneß in der "tz" "Das hätte zwar zur Konsequenz, dass man ihn in der nächsten Woche nicht einsetzen dürfte. Trotzdem! Wenn ein Spieler in Zukunft die kleinste Kleinigkeit hat, dann bleibt er eben zu Hause."

Im "kicker" betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dass man sich auch im Fall des verletzten Mark van Bommel an die Europäische Fußball-Union wenden werde. "Wir werden die UEFA informieren und halten uns weitere rechtliche Schritte offen", sagte er.

Das Verweigern der Abstellung ist aber nur ein erster Schritt für den deutschen Rekordmeister. Die Bayern streben grundsätzliche Änderungen an. "Der nächste Schritt ist, bei der UEFA und FIFA die Abstellungsregularien zu verändern. Es kann ja nicht sein, dass man nur nimmt und nie gibt. Außerdem: Wenn wir irgendwann mal vor ein ordentliches Gericht gehen sollten, dann weiß ich nicht, ob diese Regelung dann noch hält", sagte Hoeneß, der erneut auf das Missverhältnis zwischen Länder- und Ligaspielen hinwies.

"Van Bommel muss sich fragen, von wem er bezahlt wird"

Weder im Fall des für zehn Tage ausfallenden van Bommel noch in der Causa um Arjen Robben, der erst in der Rückrunde wieder fit ist, hat der KNVB bislang Entgegenkommen signalisiert. Bei Robben warte man bis Ende Oktober, sagte Rummenigge. "Wird bis dahin keine befriedigende Lösung erzielt, werden wir eine Klage einreichen. Es ist vielleicht ein guter Zeitpunkt, juristisch klären zu lassen, wer die Spieler bezahlt und welche Rechte die Clubs damit haben", meinte Rummenigge und will es auf einen Präzedenzfall ankommen lassen.

Hoeneß wiederholte auch kritische Töne in Richtung van Bommel. Ein Spieler müsse sich fragen, von wem er bezahlt werde, betonte der langjährige Manager. Gegebenenfalls müsse ein Fußballer auch einmal ein Länderspiel absagen. "Der holländische Nationaltrainer hat 200 oder 300 Spieler zur Auswahl, der FC Bayern nur 20", sagte Hoeneß in der Münchner "Abendzeitung".

be/SID / SID

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