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Trainerposten: Rudi schmeißt hin

Rudi Völler hat nach nur 25 Tagen als Trainer des italienischen Vizemeisters AS Rom das Handtuch geworfen. Nach der 1:3-Niederlage gegen den FC Bologna bot er noch in der Kabine seinen Rücktritt an.

ach der 1:3-Niederlage gegen den FC Bologna am vierten Spieltag der Serie A zog der 44-Jährige am Samstagabend noch in der Kabine die Notbremse und bot vor versammelter Mannschaft seinen Rücktritt an. Drei Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid stehen die Römer damit vor einem Scherbenhaufen.

"Es ist richtig, ich habe meinen Rücktritt angeboten. Morgen werde ich meine Entscheidung mitteilen, und ich werde wahrscheinlich dabei bleiben", sagte der frühere Teamchef der deutschen Fußball- Nationalmannschaft am späten Abend der dpa. "Es sind viele Dinge zusammen gekommen. Es war nicht nur das Spiel heute. Ich hatte meine Vorstellungen, wie das hier funktionieren soll. Das war aber nicht zu realisieren."

Eine sportliche Katastrophe nach der anderen

Völler hatte am 31. August in einer Notsituation einen Einjahresvertrag bei den Römern unterschrieben, für die der frühere Nationalstürmer zwischen 1987 und 1992 auf Torejagd gegangen war. Sein Vorgänger Cesare Prandelli war nach wenigen Wochen im Amt zurückgetreten, um seiner an Krebs erkrankten Frau beizustehen. Für sein Engagement in Rom hatte Völler auf einen Posten im Management von Bayer Leverkusen verzichtet.

Mit dem 1:0 gegen den AC Florenz gelang Völler ein Einstand nach Maß, dann aber folgte eine sportliche Katastrophe nach der anderen: Das Champions-League-Spiel gegen Dynamo Kiew wurde wegen einer Fan- Attacke auf einen Schiedsrichter abgebrochen und mit 0:3 gewertet, gegen Aufsteiger Messina unterlagen die Römer mit 3:4, in Lecce reichte es nur zu einem 2:2. Die Niederlage gegen Bologna, bei der der Gegner nach zwei Platzverweisen 40 Minuten mit neun Mann spielte, brachte das Fass zum Überlaufen. Aus vier Spielen holten die Römer nur vier Punkte, kassierten aber neun Gegentore.

Die italienischen Medien reagierten mit Entsetzen auf Völlers Kurzschluss-Reaktion. "Rom in Scherben", titelte die "La Gazzetta dello Sport" in ihrer Online-Ausgabe. "Völler geht nach 25 Tagen Inferno." Derweil versuchte die Vereinsführung, das Schlimmste zu verhindern. "Ich werde versuchen, ihn noch umzustimmen", kündigte Sportdirektor Franco Baldini an.

Von Bernhard Krieger, DPA

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