Trainingsmethoden Alle Spieler stehen still,...


... wenn Felix Magath es so will. Nach der 0:1-Pleite in Berlin mussten Kuranyi & Co im Training 90 Minuten lang strammstehen und sich seine Standpauke anhören. Dann war die Übungseinheit vorbei.

..., wenn Felix Magath es will. Ganz neue Frustbewältigungsstrategien beim VfB: Bereits in der Hinrunde schwächelten die Ex-Himmelsstürmer in der letzten Phase - nun mißglückte auch der Start ins neue Jahr. Von der Meisterschaft will keiner mehr reden im Schwabenland. Obwohl er selbst das "Wort Meisterschaft nie in den Mund genommen hat", greift Trainer Magath zur Disziplinierung seiner flatternden Jungstars wieder zu alten Maßnahmen. Aus dem "Vater aller Spieler" scheint wieder der alte "Quälix" geworden zu sein.

"Es geht nicht von alleine"

Nach der ernüchternden 0:1-Pleite beim Tabellen-Letzten Hertha BSC nahm Felix Magath gleich seinen ganzen VfB auf's Korn. "Das ist die allgemeine Stimmung im Verein und um den Verein: Jeder glaubt, wenn man vorn steht, geht es von allein", wetterte er und schloss frustriert an: "Ein Trainer allein kann da nichts machen." Aber seine Spieler sollten körperlich spüren, was nach seiner Meinung die Leistung am Wochenende war: nämlich Standfußball.

Auf der Suche nach dem Sieger-Gen

Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, ließ er seine Spieler zunächst ganz normal umziehen. Doch statt der üblichen Laufeinheiten bat der Trainer seine ungeliebten Jünger in den Halbkreis und hielt ihnen 90 Minuten lang eine Standpauke. Und damit nicht genug: Währenddessen durften Kuranyi & Co. sich nicht bewegen - nur stehen bleiben und zuhören. Bei einer Außentemperatur von nur knapp über 0° Grad auf Dauer ein sehr frostiges Vergnügen. Nachdem Magath fertig hatte, ging es gleich in die Kabine. Mit gesenkten Kopf und mit gestärktem Siegeswillen. So hofft es wenigstens der harte Felix.

Jeder müsse an seine Leistungsgrenze gehen, wenn das schwäbische Saisonziel, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen, noch erreicht werden soll. "Ich hoffe, die Spieler haben das kapiert", kommentiert Magath die ungewöhnlichen Trainingsmethoden. Ob seine Lektion die gewünschte Wirkung erzielt hat, muss sich am Samstag im Heimspiel gegen Mönchengladbach erweisen.

Christoph Marx

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