TV-Rechte Kartellamt stützt "Sportschau"


Im Ringen um die Zentralvermarktung der Fußballbundesliga erhält die "Sportschau" der ARD offenbar mächtige Unterstütztung: Das Bundeskartellamt pocht auf einen frühen Sendetermin im Free-TV. Eine frühe Übertragung jedoch würde den Rechteverkauf unattraktiver für Bezahlsender machen.

Das Bundeskartellamt besteht einem Zeitungsbericht zufolge auf einem frühen Sendetermin für die Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen. In einem Schreiben an die Beteiligten des laufenden Prüfverfahrens um die Zentralvermarktung der Bundesliga fordere die Behörde, dass Berichte über die Erstligaspiele zeitnah nach dem Abpfiff der Spiele verfügbar sein müssten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Nur unter dieser Bedingung sei es zulässig, dass die 36 Bundesligavereine ihre Spiele auch künftig gemeinsam an das Fernsehen verkauften. Das Kartellamt sieht die lukrative Zentralvermarktung als Kartell der Vereine und des Ligaverbandes DFL.

Dieser wartet für die Ausschreibung der Fernsehrechte ab der Saison 2009/10 noch auf das grüne Licht des Bundeskartellamts. Die Bundesligaspiele enden samstags um 17.15 Uhr, die Sportschau zeigt die Spiele in der ARD derzeit ab 18.30 Uhr. Der Bezahlsender Premiere, der alle Bundesligaspiele live überträgt, pocht allerdings auf mehr Exklusivität.

Drei Milliarden Euro für sechs Jahre

Eine frühe Sportschau würde den Rechteverkauf dem Bericht zufolge deshalb erheblich einschränken. Der Vermarktungspartner der DFL, die Firma Sirius aus dem Umfeld von Leo Kirch, hat der Liga für sechs Jahre drei Milliarden Euro garantiert. "Möglicherweise wäre der gesamte Vermarktungsvertrag hinfällig", berichtete die Zeitung. Kirch hoffe, die Behörde noch von ihrer Linie abzubringen.

Die übrigen strittigen Punkte - ein von Sirius selbst produziertes Programm für das Pay-TV und die Beteiligung von Kirch am DSF-Eigentümer EM.Sport Media - wolle das Kartellamt durchwinken, hieß es in dem Bericht. Eine Sprecherin des Kartellamts sagte dem Blatt nur: "Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der DFL."

Reuters Reuters

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