UEFA-Cup Schalke kriselt in die zweite Runde


Die Leistung war erbärmlich: Schalke 04 hat sich durch einen 1:0-Sieg gegen Ingrad Velika in die zweite Runde des UEFA-Cups geschummelt. Kaiserslautern flog dagegen gegen FK Teplice erwartungsgemäß raus.

Nur Schalke und Dortmund verhindern die totale Pleite des deutschen Fußballs in Europa. Im Rückspiel gegen den kroatischen Europacup-Neuling Ingrad Velika gelang am Donnerstagabend "Joker" Mike Hanke in der 77. Minute das erlösende Tor zum 1:0-Sieg, der dem enttäuschend schwachen Bundesligisten nach dem 0:0 im Hinspiel zum Weiterkommen reichte. Vor 52 600 Zuschauern in der Arena "AufSchalke" hatte den Gastgebern nach einer ideenlosen Vorstellung lange Zeit der Gang in die Verlängerung gedroht.

Dagegen verlor ein ersatzgeschwächter 1. FC Kaiserslautern am Donnerstag auch das Rückspiel beim FK Teplice mit 0:1 (0:0) und konnte den ersten Erstrunden-K.o. im UEFA-Cup seit 20 Jahren nicht mehr abwenden.

Ohne Ideen, ohne Tempo

Obwohl Trainer Jupp Heynckes seine zur Zeit stärkste Elf ins Rennen geschickt und Druck von der ersten Minute an gefordert hatte, setzten die Schalker die Serie enttäuschender Heim-Vorstellungen fort und quälten ihre Anhänger auch gegen Velika mit langatmigem Breitwand-Fußball. Kein Tempo, fehlende Ideen kennzeichneten das Schalker Spiel. Wieder einmal wurde deutlich, dass den Königsblauen eine ordnende Hand im Mittelfeld fehlte.

Schalker Glücksgriff

Je länger die niveauarme Partie dauerte, desto häufiger versuchten die Schalker mit Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. Doch Zählbares sprang erst heraus, als Heynckes unter den Protesten des Publikums mit Hanke für Asamoah einen frischen Stürmer auf den Rasen schickte. Das Schalker Eigengewächs köpfte schließlich 13 Minuten vor dem Ende eine Flanke von Dario Rodriguez an dem in der zweiten Hälfte über sich hinauswachsenden Galinovic vorbei ins Tor.

Lautern verliert mit Anstand

Dagegen hat sich der 1. FC Kaiserslautern mit einer ordentlichen Leistung aus dem Europacup verabschiedet. Allerdings wäre auch für das Weiterkommen ein kleines Wunder nötig gewesen - bereits das Hinspiel wurde mit 1: 2 verloren. Vor 14 000 Zuschauern raubte das Tor von Henrik Bencik (69.) den Pfälzern dann den letzten Funken Hoffnung.

Die Ausfälle von Kapitän und Abwehrchef Aleksander Knavs (Muskelfaserriss), Steffen Freund (Fußverletzung) sowie Vratislav Lokvenc konnten die Pfälzer bei ihrer geplanten Aufholjagd in Teplice nicht kompensieren. Der FCK spielte im Mittelfeld zwar recht gefällig mit, allerdings waren die Offensivaktionen der Pfälzer nicht zwingend genug. Dafür war Tim Wiese diesmal wieder ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Gegen den aus kurzer Distanz abgegebenen Schuss von Bencik zum 1:0 war allerdings auch Wiese machtlos.

Klose verletzt

Die ordentliche Abwehrleistung sollte dem FCK immerhin Selbstvertrauen für das Richtung weisende Bundesligaspiel am Sonntag gegen den Hamburger SV geben. Erik Gerets, für den es langsam wieder die Zeit wird, zu gewinnen, will er seinen Arbeitsplatz behalten, war trotzdem verärgert: "Wenn man gegen einen guten Gegner spielt, dann war das, was wir gezeigt haben, zu wenig. Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr schlecht ausgesehen", meinte der umstrittene Trainer, der noch nicht weiß, ob er im nächsten bundesligaspiel gegen den HSV auf Miroslav Klose zurückgreifen kann. Der Nationalstürmer erhielt einen Schlag aufs Knie und musste nach 55 Minuten aus dem Spiel genommen werden.

DPA

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