Uefa-Pokal Auslosung Schalke jetzt gegen Sofia


Im Viertelfinale des UEFA-Pokals trifft der FC Schalke 04 auf den bulgarischen Vertreter Levski Sofia. Im Fokus steht bei den Knappen aber ab sofort das Spitzenspiel gegen Bayern München.

Kaum war der Jubel über den Einzug ins Uefa- Pokal-Viertelfinale verklungen, rückten beim FC Schalke 04 schon der Bundesliga-Gipfel bei Bayern München und der nächste internationale Gegner Levski Sofia in den Blickpunkt. "Jetzt kommen die wichtigen und entscheidenden Spiele", sagte Trainer Mirko Slomka nach dem 3:0- Sieg gegen US Palermo mit Blick auf die Spitzenpartie am Sonntag (17.30 Uhr) beim Rekordmeister aus München. Trotz des Kräfteverschleißes hofft der Schalke-Coach auf die Fortsetzung der tollen Serie in der Rückrunde, in der sein Team noch ungeschlagen ist und aus acht Partien 20 Punkte holte.

"Es steigert unser Selbstwertgefühl"

"Wenn wir gewinnen, freuen sich viele. Selbst unsere Konkurrenten aus dem Norden. Alle wünschen sich eine spannende Bundesliga", sagte Slomka. Als klare Kampfansage an den um acht Punkte besseren Liga- Primus mochte er dies aber nicht verstanden wissen, eher als Ausdruck des unerschütterlichen Selbstbewusstseins seiner Elf. "Wir sollten nicht den Respekt verlieren und so arrogant sein, dass wir sagen: Jetzt fahren wir nach München und werden deutscher Meister", bremste Slomka die Euphorie.

Dass seine Elf mit den voraussichtlichen Rückkehrern Marcelo Bordon und Lincoln nach dem Scheitern der Liga-Konkurrenten aus München und Bremen in der Champions League sowie dem K.o. des Hamburger SV im Uefa-Cup als einziger Bundesligist noch auf der europäischen Fußball-Bühne vertreten ist, werde ihr auch in der Meisterschaft mehr nutzen als schaden, glaubt Slomka: "Es steigert unser Selbstwertgefühl. Wir sind sehr gut in diesem Rhythmus und stolz, dass wir als einziges deutsches Team noch dabei sind."

Die Auslosung am Freitag in Eindhoven bescherte der Revierelf eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Im Hinspiel am 30. März muss Schalke zunächst beim bulgarischen Vizemeister Levski Sofia antreten, am 6. April steigt das Rückspiel. "Das ist ein ernst zu nehmender Gegner", sagte Slomka. "Sofia hat noch kein Heimspiel verloren. Trotzdem wollen wir im Wettbewerb bleiben und möglichst das Finale erreichen."

Magath zollt Schalkes Leistung Respekt

Die Schlüsselszene im Achtelfinale gegen die zunächst kaum in Verlegenheit zu bringenden Sizilianer ereignete sich kurz vor der Pause. Spielmacher Eugenio Corini wehrte den Ball auf der Linie mit der Hand ab, sah die Rote Karte und leitete damit Palermos Niederlage ein. Mit Lewan Kobiaschwilis verwandeltem Strafstoß (44.) hatten die Knappen das Hinspiel-Ergebnis egalisiert.

"Der Platzverweis kam uns entgegen. Danach hatten wir die Räume, die wir brauchen", befand Gerald Asamoah, der danach die Tore von Sören Larsen (72.) und Schalkes Europacup-Debütant Mimoun Azaouagh (80.) mustergültig vorbereitete. Für den von Slomka besonders gelobten Asamoah war der Sieg auch eine persönliche Genugtuung: "Ich war es leid, ständig gegen italienische Mannschaften zu verlieren. Auch wenn das 1:4 gegen die Nationalelf nicht vergessen ist, haben wir die Ehre ein bisschen wieder hergestellt."

Asamoah sieht wie seine Kollegen keinen Grund, sich bei den Bayern zu verstecken. Im Vorjahr schoss er in München sogar das 1:0-Siegtor. "Wir wollen in München drei Punkte, ist doch klar. Wir haben nichts zu verlieren und fahren mit großem Selbstvertrauen dorthin."

Großen Respekt bringt Felix Magath dem nächsten Gegner entgegen, und der Bayern-Coach gratulierte fair zum Erfolg. "Schalke hat Gott sei Dank für den deutschen Fußball auch mit dem Sieg gegen eine italienische Mannschaft für Erleichterung gesorgt", meinte Magath, der dem West-Konkurrenten offenbar noch einiges zutraut. "Schalke ist wieder eine Einheit geworden. Da stimmt im Moment alles." Manager Rudi Assauer dagegen mag weder an eine Bayern-Krise noch an die eigene Titelchance so recht glauben. "Da muss schon viel passieren, dass die Bayern nicht Meister werden."

Ulli Brünger und Heinz Büse/DPA DPA

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