Uefa-Pokal Bayer erzittert sich ein 1:1


Kein Sieg, aber auch keine Niederlage: Bayer Leverkusen erzitterte sich gegen den FC Brügge ein 1:1. Das verschafft dem deutschen Club immerhin ein gutes Sprungbrett für die nächsten Spiele.

Mit einem glücklichen Remis hat Bayer Leverkusen einen ordentlichen Start in die Uefa-Pokal-Zwischenrunde hingelegt. Zwar konnten die Rheinländer mit dem erzitterten 1:1 (1:0) beim FC Brügge auch ihr elftes Europapokal-Auswärtsspiel hintereinander nicht gewinnen, verschafften sich dennoch eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der nächsten Runde.

Mit einem sehenswerten 18-Meter-Schuss hatte Fußball-Nationalspieler Bernd Schneider (35.) die Werks-Elf in Front gebracht. Sekunden nach dem Wiederanpfiff sorgte Philippe Clement für den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit knüpfte Leverkusen vor 17.789 Zuschauern an seine zuletzt schwachen Leistungen in der Bundesliga an und hatte bei zahlreichen Chancen des 13maligen belgischen Meisters großes Glück. Um in den weiteren Gruppenspielen gegen Tottenham Hotspur, Dinamo Bukarest und Besiktas Istanbul zu bestehen, müssen sich die Leverkusener erheblich steigern.

"Sicher und kompakt gestanden"

"Wir haben noch am Ende gute Chancen gehabt. Aber über die gesamten 90 Minuten war das Ergebnis in Ordnung. Insgesamt haben wir sicher und kompakt gestanden", meinte Torwart Jörg Butt. "Wir müssen die Heimspiele gewinnen und dort die Dreier holen. Dann bin ich mir sicher, dass wir weiterkommen." Auch Stürmer Sergej Barbarez war zufrieden: "Der Punkt war heute sehr wichtig."

Trainer Michael Skibbe hatte auf die 0:3-Pleite beim VfB Stuttgart in der Bundesliga reagiert. Er ließ Andrej Woronin und Paul Freier zunächst auf der Bank und brachte für die beiden Offensivkräfte Verteidiger Ahmed Madouni und Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta. Zudem fehlte der verletzte Jungstar Gonzalo Castro, der durch Fredrik Stenman in der Deckung ersetzt wurde.

Von Beginn an dominierten die Belgier

Die Leverkusener fanden nur schwer ins Spiel. Von der von Skibbe geforderten Wiedergutmachung für die Stuttgart-Blamage war nichts zu sehen. Von Beginn an dominierten die heimstarken Belgier, die in der Meisterschaft zu Hause noch ohne Gegentor sind. Nach vorn lief bei den Gästen in den ersten 20 Minuten gar nichts.

Als den Gastgebern in der Offensive zunächst nicht mehr viel einfiel, kam Leverkusen zu Chancen. Barnetta (23.) verpasste nach Zuspiel von Stefan Kießling knapp die Führung. Doch schon im Gegenzug hatte Brügge seine größte Möglichkeit vor der Pause: Erst scheiterte Koen Daerden an Torwart Jörg Butt, dann schoss Ishiaku über das Gehäuse (25.).

Nach 54 Sekunden eine kalte Dusche

Obwohl das Spiel ausgeglichener wurde, war die Führung für die Gäste dennoch überraschend. Carsten Ramelow eroberte im Mittelfeld den Ball. Der schwache Sergej Barbarez passte zu Schneider, der von der Strafraumgrenze Schlussmann Stijnen keine Chance ließ (35.).

Statt mit der Führung im Rücken nach der Pause das Spiel zu kontrollieren, erlebten die Leverkusener nach 54 Sekunden eine kalte Dusche. Belgiens Nationalspieler Philippe Clement traf nach einem Eckball aus kurzer Entfernung. Zwar hatte Kießling zwei Minuten später die Chance zur erneuten Führung, doch danach wuchs der Druck auf Bayer. Bei den Möglichkeiten des Kroaten Bosko Balaban (55., 60.), des Nigerianers Ishiaku (63., 64.), Daerden (75.) und Clement (76.) stand den Leverkusenern das Glück des Tüchtigen zur Seite. In der Schlussphase hätten Barbarez (90.) und Barnetta (90.+2) beinahe sogar den unverdienten Siegtreffer erzielen können.

Morten Ritter/DPA DPA

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