Uli Hoeneß Ein Riesenfunke sprang über


Nach Michael Ballacks Elfmetertor erlaubt sich der Bayern-Manager Uli Hoeneß im Interview einen optimistischen Blick auf das Rückspiel gegen Chelsea.

Lässt das Elfmetertor zum 2:4 noch ein Fünkchen Hoffnung für das Rückspiel in München aufkommen?

Uli Hoeneß: "Wieso nur ein Fünkchen? Einen Funken, einen Riesenfunken. Dieses Ergebnis macht doch alle Tore auf. Mit 2:0 und 3:1 sind wir weiter, und ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche Roy Makaay und Claudio Pizarro dabei haben. Und dann sieht das etwas anders aus. Also, ich bin überhaupt nicht unzufrieden."

Lastete der Ausfall von Makaay vielleicht etwas zu schwer auf den Gemütern, weil vorne die Akteure doch meistens in der Luft hingen?

Uli Hoeneß: "Nein. Das Komische war ja, dass wir eine Stunde lang das sehr gut weggesteckt und sehr gut gespielt haben. Ich hatte nach dem 1:1 überhaupt nicht das Gefühl, dass noch viel passieren könnte. Dann sind wir komischer Weise 30 Minuten total unter Druck geraten und ziemlich geschwommen in der Abwehr. Zum Glück haben wir dann noch den Elfmeter bekommen. So konnten wir aus einem 4:1, das wenig Chancen gegeben hätte, doch noch eine Ausgangsposition machen, die okay ist."

Haben Sie eine Erklärung dafür, dass die Mannschaft plötzlich so ins Schwimmen gekommen ist?

Hoeneß: "Es könnte sein, dass der Druck auf die Mannschaft so groß war, weil wir ja fast 90 Minuten vorne keine richtige Anspielstation hatten und jeder Ball sehr schnell zurück kam. So kam die Mannschaft nicht richtig zum Durchatmen. Das kann dazu geführt haben, dass die Mannschaft dem Druck nicht mehr Stand gehalten hat."

Chelsea hat in dieser Saison noch nie höher als mit einem Tor Unterschied verloren. Was macht Sie dennoch optimistisch?

Hoeneß: "Einmal ist immer das erste Mal. Wenn man ehrlich ist, haben die doch in der ersten Stunde überhaupt nichts gebracht. Das Spiel ist so dahin geplätschert. Bis zur 60. Minute habe ich gedacht, das ist ja unglaublich, dafür dass wir ohne richtigen Stürmer gespielt haben. Der Junge (Guerrero) war ja ganz alleine da vorne. Mit zwei Stürmern gibt es Möglichkeiten."

Die Über-Mannschaft ist Chelsea also nicht?

Hoeneß: "Sie haben einige Überspieler, wie den Drogba. Einen solchen Stürmer habe ich schon lange nicht mehr auf der Welt gesehen. Aber ansonsten glaube ich, dass wir im Rückspiel alle Chancen haben."

Klaus Bergmann/DPA DPA

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