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VfB Stuttgart: "Müssen nicht in Athen gewinnen"

Schwäbisches Understatement vor dem Gastspiel des VfB in Athen: An dem Ort seines größten sportlichen Triumphs wäre Trainer Felix Magath bereits mit einem Punkt zufrieden.

Vor der Champions-League-Partie seiner Stuttgarter in Athen stapelt Felix Magath tief. "Das ist nicht das entscheidende Spiel. Wir müssen nicht mit Gewalt in Athen gewinnen. Ich kann mit einem Punkt gut leben", sagte der Teammanager vor dem Spiel am Dienstag (20.45 Uhr/Premiere) bei den noch sieglosen Griechen. Er will den Druck von seiner Mannschaft nehmen, obwohl seine Mannschaft nach den Siegen in der Bundesliga das Champions-League-Spiel eigentlich mit breiter Brust bestreiten könnte. Und mögliche drei Punkten bereits den dritten Gruppenplatz und damit auf jeden Fall die weitere UEFA-Cup-Teilnahme sichern können. Und viele Sportbeobachter glauben, dass noch viel mehr möglich ist.

Magath: Mit einem Punkt in Athen zufrieden

Magaths Zurückhaltung hat nicht nur psychologische Gründe. Zu sehr geben dem 50-Jährige die teilweise dürftigen Teilabschnitte der vergangen Spiele zu denken - auch wenn im Pokal bei Burghausen (1:0) und in der Bundesliga gegen Freiburg (4:1) die Ergebnisse stimmten. Genau darin sieht Magath jedoch das Problem: "Es ist immer schwierig, Erfolge zu verarbeiten. Einige wissen gar nicht mehr, wie es ist, als Verlierer vom Platz zu gehen." Das entscheidende Gruppenspiel findet für Mannschaft und Trainer ohnehin erst am 26. November im heimischen Daimler-Stadion gegen Glasgow Rangers statt.

Wie weit kommen die Himmelstürmer aus Stuttgart in der Champions League?

Stuttgart geht von einem offensiven Gegner aus

Dazu kommt die schwere Verletzung von Marcelo Bordon, einer der Schlüsselspieler in der Abwehr, der nach einer Adduktoren-Operation bis zum Jahresende ausfällt. Ihn wird Timo Wenzel ersetzen, der nach Einschätzung des Trainers gegen Freiburg seine Sache sehr gut gemacht habe. Das Abwehrverhalten wird beim schwäbischen Gastspiel in Athen wesentlich über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden. Die Verteidiger werden wohl im Stadion «Apostolos Nikolaidis» mehr zu tun bekommen als beim problemlosen 2:0 vom Hinspiel vor zwei Wochen. Nur mit einem Sieg würde sich Panathinaikos Chancen auf ein Weiterkommen erhalten. „Ich gehe davon aus, dass Athen sein erstes Gruppenspiel gewinnen will. Sie werden sicher nicht nur das eigene Tor verteidigen wie in Stuttgart“, hofft Magath und setzt dabei auch auf dem großen Druck, unter dem Athen steht.

Die Zukunft des Athen-Trainers steht auf dem Spiel

Bei einer Niederlage könnten die Tage von Trainer Itzhak Shum gezählt sein. Nach dem enttäuschenden 0:0 am Samstag bei Aufsteiger Chalkidona warfen die bekannt gewaltbereiten Anhänger des 18-maligen griechischen Meisters mit Plastikstühlen. „Shum hat nach dem erneuten Punktverlust den größten Teil des Vertrauens des Vorstands, der Mannschaft und der Fans verloren“, schrieb die angesehen Tageszeitung "Eleftherotypia": "Mitten in der Saison ist es jedoch schwierig, einen neuen, geeigneten Trainer zu finden."

Magaths Rückkehr an die Stätte seines größten Triumphs

Mit Athen verbindet Magath nur gute Erinnerungen. Als Spieler gewann er mit dem Hamburger SV bei Olympiakos Piräus und feierte vor 20 Jahren seinen größten Triumph: Im zur Zeit im Umbau befindlichen Olympiastadion erzielte er im Mai 1983 den 1:0-Siegtreffer gegen Juventus Turin im Europacup-Finale der Landesmeister. „Natürlich habe ich eine positive Einstellung zu Athen. Ich habe ein gutes Gefühl und hoffe, dass sich das auch auf die Mannschaft überträgt.“, gibt sich Magath trotz des demonstrativen Understatements optimistisch. Und es ist schwer vorstellbar, dass eine im Hinspiel doch sehr limiert spielende Athener Mannschaft die Stuttgarter aus der Erfolgsspur bringen kann.

Marc Zeilhofer, dpa / DPA
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