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Mesut Özil über Integration "Noch heute muss ich mich konzentrieren, wenn ich deutsch rede"

Nationalspieler Mesut Özil auf dem Platz
Mesut Özil hat der "Welt am Sonntag" ein Interview gegeben - und darin ganz offen seine Sprachprobleme thematisiert
© Marius Becker/DPA
Mesut Özil sprach in seinen ersten Lebensjahren nur türkisch. Erst später habe er deutsch gelernt - und damit bis heute so seine Probleme, verriet er der "Welt am Sonntag".

Fußball-Nationalspieler Mesut Özil ist die Integration in den ersten Lebensjahren nicht leicht gefallen. Bis zu seinem vierten Lebensjahr habe er ausschließlich türkisch geprochen, sagte Özil der "Welt am Sonntag". Er habe keinen Kindergarten besucht, sondern eine Vorbereitungsschule, wo "gefühlt 99,9 Prozent Ausländer waren, und wir untereinander auch türkisch gesprochen haben". Nur mit dem Lehrer hätten die Kinder deutsch gesprochen.

Mesut Özil über anfängliche Sprachprobleme: "Es war nicht leicht für mich"

Auch später, in der Schule, seien viele Türken gewesen. "Es war nicht leicht für mich, deutsch zu lernen. Noch heute muss ich mich konzentrieren, wenn ich deutsch rede." Inzwischen sei er "sehr dankbar, dass ich beide Kulturen in meinem Herzen habe, ich konnte mir sozusagen immer das Beste rauspicken", sagte Özil. "Aber natürlich ist das für jedes Einwandererkind auch eine lebenslange Aufgabe, ein bisschen wie in zwei Welten leben."

Nicht äußern wollte sich Özil dagegen zu politischen Themen wie dem angespannten deutsch-türkischen Verhältnis. "Ich bin kein Politiker. Da sollen andere Leute was zu sagen", erklärte er gegenüber der "Welt am Sonntag". Özil betonte allerdings, wie wichtig ein respektvoller Umgang sei. "Ich kann nur sagen: In der deutschen Nationalmannschaft spielen Leute mit deutschen, türkischen, tunesischen, ghanaischen und polnischen Wurzeln. Und wir gehen alle respektvoll miteinander um. Das wünsche ich mir auch für das tägliche Leben."

ikr AFP

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