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Werbevertrag mit Coca-Cola gekündigt: Ronaldinhos teuerster Schluck der Welt

Zwei kleine Dosen wurden ihm zum Verhängnis: Coca-Cola hat sich von seinem Werbestar Ronaldinho getrennt, weil der bei einer Pressekonferenz Pepsi trank. Die falsche Brause war jedoch nur ein willkommener Anlass, den Ex-Weltmeister los zu werden.

Von Jens Maier

Es waren zwei harmlose Dosen, doch die sind für Ronaldinho ziemlich teuer geworden: Der Fußball-Weltmeister von 2002 hat seinen Werbevertrag mit Coca-Cola verloren, weil er bei einer Pressekonferenz seines Vereins Atlético Mineiro am 4. Juni zwei Pepsi-Dosen vor sich stehen hatte. Der Vertrag mit Coca-Cola sollte eigentlich bis 2014 laufen. Doch plötzlich ist der Getränkehersteller aus Atlanta froh, den einstigen Superstar los zu sein.

Die falsche Cola-Dose sei nur der Tropfen Brause gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, erklärte Coca-Cola Marketingchef Marcelo Pontes der brasilianische Tageszeitung 'O Estado de Sao Paulo' bildreich: "Die Tatsache, dass der Spieler mit einer Dose Pepsi auftrat, war dieser Tropfen, aber mit Sicherheit nicht der einzige Grund der Entscheidung." Der Coca-Cola-Mann sprach sogar davon, dass dem Unternehmen der einstige Weltfußballer inzwischen "peinlich" sei.

Die Fußball-Legende wird zum Problemfall

Das war im November 2011 noch ganz anders. Ronaldinho und Coca-Cola verkündeten stolz ihre Zusammenarbeit. Nach seiner Rückkehr vom AC Mailand zum brasilianischen Traditionsclub CR Flamengo sollte der 32-Jährige zurück zu alten Glanzzeiten finden und davon ein bisschen auf Coca-Cola abstrahlen. Bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land 2014 sollte sein Vertrag laufen, er dafür die stattliche Summe von 600.000 Euro kassieren.

Doch dann kommt alles anders. Die einstige Legende wird zum Problemfall. Statt Coca-Cola trank Ronaldinho plötzlich nämlich viel lieber Bier. Er macht Schlagzeilen mit Frauen und ausschweifenden Partys und war die Disziplinlosigkeit in Person. Die beste Zusammenfassung von Ronaldinhos Verhalten lieferte CR-Trainer Vanderlei Luxemburgo: "Von Montag bis Samstag zieht Ronaldinho um die Häuser - und am Sonntag betreibt er ein wenig Freizeitfußball." Als er dann auch noch vom populären CR Flamengo zum Miniclub Atlético Mineiro nach Belo Horizonte wechselte, begannen in Atlanta offenbar die Gedankenspiele: Wie werden wir den möglichst günstig wieder los?

Ronaldinho machte Werbung für Pepsi

Für Coca-Cola war Ronaldinhos Dosen-Fauxpas eine glückliche Fügung. "Coca-Cola erkennt Ronaldinhos Karriere und Wert an", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Konzerns. Der Satz klingt, wie geschulte Personaler ihre Kündigungen einleiten. Frei nach dem Motto: Wir können nicht ohne sie, wollen es aber trotzdem ab kommendem Montag probieren. Ronaldinho hat sich zu den Vorgängen bislang nicht geäußert. Ob er rechtlich gegen die Kündigung des Vertrages vorgehen wird, ist unklar.

Klar scheint aber, dass er weiterhin Pepsi trinken wird. Wie schon zu Beginn seiner Karriere. Da machte der damalige Jungspund nämlich schon einmal Werbung für Pepsi. Der Trailer ist immer noch im Internet zu finden. Coca-Cola war das bislang herzlich egal.

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