Wirbel um Bayern München Uefa ermittelt, Uefa ermittelt nicht. Uefa ermittelt!


stern.de hat berichtet, dass die Uefa ermittelt, ob das Europapokalspiel St. Petersburg gegen Bayern 2008 manipuliert wurde. Die Uefa dementierte prompt. Doch die Uefa-Disziplinarkommission bleibt dabei: Ja, es wird ermittelt.
Von Wigbert Löer und Christian Bergmann

Ein Bericht von stern.de sorgt für Wirbel: Die Disziplinarkommission der Uefa, so die Information der stern.de-Redaktion, ermittelt, ob das Uefa-Cup-Halbfinale 2008 zwischen Zenit Sankt Petersburg und dem FC Bayern München manipuliert worden ist. Der FC Bayern verlor das Spiel damals überraschend deutlich mit 0:4. Russische Mafiabosse sollen hinterher erzählt haben, so lesen sich Abhörprotokolle der spanischen Staatsanwaltschaft, der Klub aus München habe "50 Millionen" erhalten.

Die Pressestelle der Uefa erklärte an diesem Montag morgen: "We have looked into the matter and found nothing which would justify Uefa opening a disciplinary procedure in this case", auf Deutsch: "Wir haben die Sache untersucht und nichts gefunden, dass die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens erklären würde."

Dass es ein Disziplinarverfahren gebe, hatte stern.de nicht behauptet. Dass aber in dieser Angelegenheit nicht mehr ermittelt werde, wie Nachrichten-Agenturen berichten, sei "völlig falsch" - so sagte am Montagnachmittag ein Mitglied der Disziplinarkommission der Uefa zu stern.de. Es handele sich vielmehr um "verdeckte Ermittlungen".

stern.de liegt die Bestätigung für aktuelle Ermittlungen der Uefa auch schriftlich vor. Auf die Frage, ob die Uefa gegen den FC Bayern München wegen Manipulation im Halbfinale des Uefa-Cups 2008 ermittele, antwortete das Mitglied der Disziplinarkommission am Mittwoch, 26. Mai 2010, 8.53 Uhr: "Wir ermitteln rund um behauptete Zahlungen zwecks Spielmanipulation des Halbfinalrückspiels Zenith vs. Bayern. Daraus kann sich eine Ermittlung gegen Funktionäre und Spieler durchaus ergeben".

Mit dieser Aussage konfrontierte stern.de am Montagnachmittag die Pressestelle der Uefa. Die Erwiderung: "Die Antwort der Uefa-Disziplinar-Kommission: Unter Berufung auf das Ermittlungsgeheimnis enthält sich die Uefa jeglichen Kommentars zu dieser Angelegenheit."

Man darf dies als Eingeständnis werten, dass es tatsächlich aktuell laufende Ermittlungen gibt. Die Pressestelle war nicht bereit, auf den offensichtlichen Widerspruch zwischen Pressemitteilung und Experten-Äußerung einzugehen.


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