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WM 2006: DFB verspricht Restkarten-Verkauf

Noch immer verschickt sich der WM-Karten-Virus 250.000 mal in der Stunde. Und auch bei Ebay blüht der Handel mit den Tickets weiter. Trotz dieser Probleme gibt es auch gute Nachrichten: Auch während der WM soll es Last-Minute-Eintrittskarten geben.

Bei der Fußball-WM 2006 wird es trotz der anhaltend riesigen Vorverkaufs-Nachfrage auch einen Restkarten-Verkauf von Tickets geben, die zeitnah zur jeweiligen Partie ausgegeben werden sollen. Das Organisationskomitee für die Weltmeisterschaft (OK) will bei diesen Plänen bleiben, bestätigten Berlins WM-Beauftragter Jürgen Kießling und OK-Sprecher Gerd Graus. Die Last-Minute-Karten könnten mit aus den Kontingenten der Fifa- Mitgliedsverbände kommen.

20 Prozent nur für die Verbände reserviert

20 Prozent der Tickets für jede der 64 WM-Partien sind für die Verbände reserviert. Je acht Prozent bekommen die beiden Landesverbände, dessen Teams sich gegenüber stehen. Vier Prozent gehen an alle restlichen Verbände. "Das OK hofft auf Rückläufer", so Graus. Das würde auch Karten aus dem Sponsorenpool mit einschließen, die an so genannte VTPCs - Venue Ticketing Processing Centers - verkauft werden. Die genauen Standorte der VTPCs sollen später bekannt gegeben werden. "Wie das Ganze aussehen wird, ist noch nicht klar", sagte Graus. Leere Plätze in den zwölf WM-Stadien, wie bei den vergangenen großen EM- und WM-Turnieren häufig beobachtet, soll es in Deutschland nicht geben.

Die jeweils acht Prozent Tickets für die Spiele der deutschen Nationalelf wird der DFB vor allem über seine 26 Landes- und Regionalverbände sowie über die 36 Proficlubs vergeben. "Das sind Karten für die so genannte Fußball-Familie", sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger, zugleich Vizepräsident des OK. Verteilungsschlüssel würden derzeit erarbeitet.

Rücksicht auf verdienstvolle Funktionäre

Auf jeden Fall soll über diesen Weg verdienstvollen Funktionären, Betreuern und Übungsleitern unabhängig von allen Losverfahren ein Weg in die WM-Stadien ermöglicht werden. Allerdings warnte der DFB-Chef auch in diesem Kreis vor zu vielen Erwartungen: Selbst eine groß erscheinende Gesamtzahl von Karten sei schnell herunter gebrochen.

Das OK wird bei der Abwicklung der zweiten Runde des Ticket- Verkaufs von so genannten Team-Serien über das Internet, die bis zum 15. November 2005 läuft, und anderen Aktivitäten derzeit noch immer von einem Virus im Computersystem behindert. Der Wurm sei noch nicht ganz weg, "die Kommunikation nach außen ist schwierig", berichtete Graus. In jeder Stunde gehen beim Organisationskomitee in der Regel bis 250.000 E-Mails ein.

Indes steht das OK in einem regen Schriftverkehr mit dem Internet-Auktionshaus Ebay, bestätigte DFB-Präsident Zwanziger. Bei Ebay wird weiterhin mit WM-Tickets gehandelt, obwohl diese laut Geschäftsbedingungen mit der Fifa an registrierte Personen gebunden sind. Noch sei nicht geklärt, ob ein Weiterverkauf dem Strafbestand des versuchten Betruges entspräche, so Zwanziger weiter.

Teuerste Karten liegen derzeit bei 4110 Euro

Am Dienstag wurden 321 Angebote für Tickets bei Ebay gehandelt. Das momentan teuerste lag bei 4110 Euro für zwei Final-Karten. Das offizielle Verkaufs- und Preissystem soll vor allem Sicherheit gewähren und laut Zwanziger mit der untersten Preiskategorie auch sozial schwächeren Fans die Chance auf ein WM-Livespiel geben. Auf jeden Fall werde es die von vielen Seiten geforderte offizielle Tauschbörse geben.

Jens Mende/DPA / DPA
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