Deutschland - Portugal Unangenehme Erinnerungen


Die deutsche Nationalelf ist in einem WM-Spiel noch nie auf eine portugiesische Elf getroffen - die Erinnerungen an die bisherigen Begegnungen sind alles andere als gut. Die bitterste Erfahrung liegt erst sechs Jahre zurück.

Mit Portugal hat Deutschland bei WM-Endrunden noch nie die Klingen gekreuzt, besonders angenehme Erinnerungen weckt das bevorstehende Duell um Platz drei bei den Gastgebern dennoch nicht. Zwei Mal läutete ein Spiel gegen die Portugiesen das Aus für einen Bundestrainer ein: Bei der mit einem dürftigen 0:0 in Straßburg eröffneten EM 1984 musste Jupp Derwall nach der Vorrunde seinen Stuhl räumen, 16 Jahre später war das blamable 0:3 in Rotterdam zugleich die Abschiedsvorstellung für Erich Ribbeck. Am 16. Oktober 1985 verlor die deutsche Mannschaft ausgerechnet am Schauplatz des Samstags-Duells mit dem 0:1 gegen Portugal erstmals seit 1934 ein Qualifikationsspiel vor heimischem Publikum.

55.000 Zuschauer im Stuttgarter Neckarstadion waren Zeugen, als Carlos Manuel mit seinem Weitschuss-Tor in der 54. Minute dem bereits zuvor für die WM in Mexiko qualifizierten Team von Franz Beckenbauer die erste Niederlage in der Ausscheidung beibrachte. Damit gelang den Südeuropäern zugleich die Revanche für die am 24. Februar desselben Jahres erlittene 1:2-Niederlage gegen die Deutschen, für die Pierre Littbarski und Rudi Völler mit ihren Treffern gesorgt hatten.

Bitterste Niederlage in Rotterdam

In der Ausscheidung zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich trafen sich beide Mannschaften wieder. In beiden Spielen war Jürgen Klinsmann mit von der Partie, doch ein Tor gelang dem heutigen Bundestrainer gegen die spielstarken Portugiesen nicht. Am 14. Dezember 1996 trennte man sich in Lissabon torlos, neun Monate später bewahrte Ulf Kirsten die DFB-Vertretung in Berlin mit seinem 1:1- Ausgleich in der 81. Minute vor einer weiteren Heimniederlage.

Die bitterste Niederlage gegen die Portugiesen gab es am 20. Juni 2000 im Rotterdamer Stadion "De Kuip". Nach einem 1:1 gegen Rumänien und der 0:1-Niederlande gegen England hätte das deutsche Team gegen die Südeuropäer einen Sieg benötigt, um die Vorrunde der Europameisterschaft zu überstehen. Doch statt der erhofften Wende gab es mit dem 0:3 eine der peinlichsten Schlappen der Länderspiel- Geschichte. Sergio Conceicao schoss in der 35., 54. und 71. Minute alle drei Tore der Portugiesen und machte damit nicht nur Ribbeck arbeitslos. Auch für Lothar Matthäus war die Länderspiel-Karriere nach dem 150. DFB-Einsatz beendet.

Jörg Obergethmann/DPA DPA

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