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WM-Affäre: Die Akte Franz B.: Wie Beckenbauer an seinem Denkmal rüttelt

Franz Beckenbauer ist die zentrale Figur in der Affäre um die Vergabe der WM 2006. In der Schweiz wird strafrechtlich gegen ihn ermittelt und ein Honorar in Millionenhöhe sorgt für neue Ungereimtheiten. Wie Beckenbauer an seinem eigenen Legenden-Status sägt.

Franz Beckenbauer, ehemaliger Präsident des FC Bayern München und des Organisationskomitees der WM 2006

Franz Beckenbauer, ehemaliger Präsident des FC Bayern München und des Organisationskomitees der WM 2006

Franz Beckenbauer hatte stets betont, seine Tätigkeit als Chef des Organisationskomitees (OK) für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sei ehrenamtlich gewesen. Nun deckte der "Spiegel" auf, dass Beckenbauer 5,5 Millionen Euro für seine Dienste erhalten haben soll. Voll versteuert hat er das Geld offenbar zunächst auch nicht. Seine Anwälte bestreiten, dass das Geld für seine Tätigkeit im OK geflossen ist. Sollte es sich dennoch bewahrheiten, wäre es eine weitere Verfehlung im Lebenswerk der einstigen Lichtgestalt. Der Mann, der als Fußballer und Trainer zur Legende wurde, lässt als Funktionär die Fassade eben jener mächtig bröckeln. 

Merkwürdige Freundschaftspiele

Bereits im Jahr 2003 berichtete das "Manager Magazin" über Vereinbarungen zu Freundschaftsspielen des FC Bayern München im Vorfeld der WM-Vergabe. Demnach sollte der Klub - damals mit Beckenbauer als Präsident - auf Malta, in Tunesien, in Thailand und in Trinidad zu Trainingsspielen antreten, mit entsprechenden Fernsehgeldern für die Landesverbände. Alle vier Länder hatten einen Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee, das über die WM-Vergabe zu entscheiden hatte. Bis auf das Spiel in Trinidad fanden alle statt und sind teilweise heute noch Gegenstand von Ermittlungen.  


WM-Vergabe nach Russland und Katar

Nach der WM-Vergabe 2010 an Russland und Katar wurden die ersten Korruptionsvorwürfe laut, es dauerte aber noch vier Jahre, bis auch Beckenbauer - damals einer der Wahlmänner - ins Visier der Ermittler geriet. Diese wollten ihn schriftlich befragen, doch Beckenbauer, der seine aktive Karriere in den USA hatte ausklingen lassen, habe dieses Juristen-Englisch nicht verstehen können. Später stand er den Ermittlern dann Rede und Antwort. Die zögerliche Kooperation wurde mit einer dreimonatigen Sperre und einer eher symbolischen Geldstrafe über 7000 Schweizer Franken geahndet.

Die ominösen 6,7 Millionen Euro

Im Oktober 2015 geriet Beckenbauer dann erneut negativ in den Fokus. Es kam heraus, dass er eine der zentralen Figuren war in der Affäre um die dubiosen 6,7 Millionen Euro, die auf Umwegen bei dem korrupten ehemaligen Fifa-Funktionär Mohamed bin Hammam landeten. Der katarische Unternehmer ist mittlerweile lebenslang gesperrt und soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, die WM 2022 in sein Heimatland zu holen. Es steht weiterhin der Vorwurf im Raum, dass mit dieser schwarzen Kasse Stimmen gekauft wurden. Ein Teil des sehr dubiosen Geldverkehrs lief über ein Konto von Franz Beckenbauer.

Der dubiose Zahlungsverkehr laut Freshfields-Bericht

Im Mai/Juni 2002 werden in vier Tranchen rund sechs Millionen Schweizer Franken von einem Konto von Beckenbauer und Schwan an das Schweizer Advokatbüro Gabriel & Müller (teilweise auf das Privatkonto eines der Eigentümer) überwiesen. Dort werden diese an eine katarische Firma weitergeleitet, dessen alleiniger Eigentümer der stimmberechtigte Fifa-Funktionär Mohamed bin Hammam ist (mittlerweile wegen Korruption lebenslang gesperrt).

Im August überweist der ehemalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zehn Millionen Schweizer Franken an besagtes Advokatbüro. Vier Millionen fließen als "Restrate" nach Katar, knapp sechs Millionen zurück auf das Beckenbauer-Schwan-Konto.

Im April 2005 überweist der DFB 6,7 Millionen Euro unter falscher Deklarierung auf ein Fifa-Konto. Am selben Tag geht die Summe von dort weiter auf das Konto von Robert Louis-Dreyfus, das seit 2002 im Minus war und offenbar ausschließlich für besagte eine Überweisung ins Leben gerufen und genutzt wurde. Das Konto trägt neben einer Nummer und dem Namen von Louis-Dreyfus das Kürzel "F.B.".

Warner-Deal über "diverse Leistungen"

Im Zuge der Affäre kam im November 2015 ein von Franz Beckenbauer kurz vor der WM-Vergabe unterzeichneter Vertrag an die Öffentlichkeit, der dem mittlerweile ebenfalls lebenslang gesperrten früheren Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner "diverse Leistungen" zusagte - unter anderem persönliche Ticket-Kontingente zum Weiterverkauf. Der DFB wertete dieses Dokument als möglichen Bestechungsversuch. Der Vertrag soll jedoch nie zum Abschluss gekommen sein.

Verdacht auf Untreue und Geldwäsche

Im Frühjahr 2016 endete Beckenbauers Engagement für Sky, dem TV-Sender zufolge auf Wunsch des damals 70-Jährigen, auch mit Blick auf den vorangegangenen Tod seines Sohnes Stephan. Kurz darauf eröffnete die Fifa-Ethikkommission ein Verfahren gegen Beckenbauer. Anfang September 2016 leitete dann laut "Spiegel" die Bundesanwaltschaft in der Schweiz Ermittlungen wegen Verdachts auf Untreue und Geldwäsche gegen ihn ein.

Franz Beckenbauer: Ehrenamt für 5,5 Millionen Euro

Kurz darauf wurde bekannt, dass Beckenbauer - entgegen seiner Behauptungen - sehr wohl für seine Tätigkeit als Chef des WM-OK entlohnt wurde, und zwar mit 5,5 Millionen Euro recht fürstlich. Das Geld war Teil der Erlöse eines Werbevertrages mit dem damaligen DFB-Sponsor Oddset, wie der Verband bestätigte. Offenbar hatte Beckenbauer zunächst auch nicht vor, das Geld voll zu versteuern. Erst vier Jahre später entdeckte das Finanzamt Frankfurt am Main die Zahlung, der DFB bezahlte und ließ sich die Abzugssteuern - immerhin 1,16 Millionen Euro - von Beckenbauer 2011 erstatten.

Seine Anwälte verteidigten den Vorgang. Obwohl das Geld über den DFB und nicht direkt von Oddset kam, sei es für Beckenbauers werbliche Aktivitäten für Oddset gezahlt worden. Auch habe er es "unverzüglich an seinem Wohnsitz in Österreich ordnungsgemäß versteuert". Die Abzugssteuer werde fällig, wenn "Zahlungen an einen Steuerausländer geleistet werden". Beckenbauer habe das Geld nach Kenntnis der Betriebsprüfung "unverzüglich" erstattet.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(