Paris jubelt Champagner und Freudentänze


Paris stand Kopf. Die Equipe Tricolore um Superstar Zinedine Zidane steht im Finale der WM und Huntertausende begeisterter Fans feierten den Sieg ihrer Helden auf dem Champs-Elysées.

Mit wilden Hupkonzerten, Schlachtgesängen und Feuerwerkskörpern haben Hundertausende von Franzosen am Abend den Einzug ihrer Mannschaft ins WM-Finale gefeiert. Vor allem auf der für den Verkehr gesperrten Pariser Prachtavenue Champs-Elysées hatten sich schon früh Tausende eingefunden, um den knappen Sieg ihrer "Bleus" mit Champagner und Freudentänzen gebührend begrüßen zu können.

"Wir sind im Finale, wir sind im Finale", sangen die Fans trunken vor Freude und schwenkten die Trikolore. Mehr als 2000 Polizeibeamte waren eingesetzt, die Krawallmacher davon abhalten sollten, das friedliche Fest der Sieger des Halbfinales zu stören.

"In Träume versetzt"

Premierminister Dominique de Villepin würdigte von München aus den Erfolg der Mannschaft, "die uns weiterhin ins Träumen versetzt." Die "Equipe tricolore" werde "bis zum Ende gehen", hoffte Villepin auf einen Sieg der "Bleus" auch im Endspiel am Sonntag gegen Italien. Es sei die Einheit der Mannschaft, die ausschlaggebend gewesen sei.

Auf Großleinwänden in mehreren Stadien, darunter im Pariser Prinzenpark, hatten Zehntausende von Anhängern das Spiel verfolgt und ihr Team mit Tänzen, Pfeifen und "Allez les bleus"-Rufen angefeuert. Enttäuscht waren die etwa eine Million Portugiesen, die in Frankreich leben und ebenfalls auf einen Sieg ihrer Mannschaft gehofft hatten.

Sturz vom Dach

Überschattet wurden die ausgelassenen Feiern von einem tragischen Unglücksfall. Ein Mann sei in der U-Bahn-Station Opéra auf das Dach eines Zuges geklettert, aufs Gleis gestürzt und unter eine aus der Gegenrichtung kommende Bahn geraten, teilte die Polizei am frühen Donnerstagmorgen mit. Der Unfall habe sich kurz nach Mitternacht ereignet, die Station sei zu diesem Zeitpunkt voller Menschen gewesen.

In Lyon kam es unterdessen zu Ausschreitungen mit rund 20 Verletzten, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Abpfiff des Fußballspiels in München hätten in der ostfranzösischen Stadt rund 100 Jugendliche Autos gestoppt und mit Flaschen oder Abfalleimern beworfen. Auch seien zahlreiche Diebstähle gemeldet worden. Der Polizei gelang es schließlich, die Randalierer unter Einsatz von Tränengas auseinander zu treiben. Anders als in den meisten französischen Großstädten war in Lyon für das Spiel der Nationalmannschaft gegen Portugal keine Großleinwand aufgestellt worden. Die Stadtverwaltung hatte dies mit Sicherheitsbedenken begründet.

AP, DPA AP DPA

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