WM 2010 - DFB-Elf scheidet aus Am besseren Team gescheitert

Der Traum vom WM-Titel ist geplatzt: Die deutsche Nationalmannschaft hat im WM-Halbfinale gegen Spanien mit 0:1 verloren. Zu viel Respekt und die Klasse des Gegners ließen die DFB-Elf scheitern.
Von Klaus Bellstedt, Durban

Spanien ging so in dieses WM-Halbfinale, wie es jeder erwartet hatte: Angetrieben von der überragenden Mittelfeldachse Xavi/Iniesta schnürte der Europameister von 2008 die DFB-Elf von Beginn an ein. Es war beeindruckend, wie die Mannschaft von Trainer Del Bosque den Ball in der ersten halben Stunde durch die eigenen Reihen laufen ließ. Den Deutschen blieb da oftmals nur das Nachsehen. Mit dem Anpfiff wurde deutlich, dass dieses WM-Spiel in Durban das bisher Anspruchsvollste für die Nationalmannschaft werden würde.

Keine Frage: Die enorme Ballsicherheit und Passgenauigkeit der Spanier zeigten Wirkung bei Schweinsteiger und Co. An eine Überfalltaktik - wie noch im Achtelfinale gegen Argentinien - war gar nicht zu denken. Erst als man ein wenig den Respekt ablegen konnte und auch mal selber die Initiative übernahm, ergaben sich Gelegenheiten wie in der 31. Minute als Trochowski mit einem platzierten Schuss an Iker Casillas scheiterte. Aber mehr war auch nicht. Die gesamte Offensiveabteilung des DFB-Teams kam und kam einfach nicht auf Touren - was übrigens auch am Fehlen von Thomas Müller lag. Seine raumgreifenden Sprints fehlten im deutschen Spiel.

Das Tor war nur eine Frage der Zeit


Nach dem Wechsel erhöhten die Spanier sogar noch einmal das Tempo. Man konnte das Gefühl bekommen, das die Iberer permanent mit zwei Mann mehr auf dem Platz spielen würden - so groß war ihre Überlegenheit. Joachim Löw reagierte. Er musste reagieren. Jansen kam für den überforderten Boateng, Kroos für den blassen Trochowski. Aber die Wechsel zeigten kaum Wirkung, auch wenn der Ex-Leverkusener und Neu-Bayer Kroos zumindest für ein bisschen mehr Belebung im deutschen Mittelfeld sorgten.

Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis Spanien in Führung gehen würde. Angriff auf Angriff rollte Mitte der zweiten Hälfte auf Torwart Manuel Neuer und die deutsche Defensive zu. Dass es am Ende eine Standardsituation war, die das Spiel entscheiden sollte, überraschte umso mehr. Aber auch in dieser Szene, als Puyol nach einem Eckball ungehindert in die Luft stieg und per Kopfball das 1:0 markierte, zeigte sich die Unterlegenheit des DFB-Teams. Es war nicht aufmerksam, nicht präsent und bissig genug. All das, was die Mannschaft in den vorhergegangenen Spielen ausgezeichnet hatte, ließ sie in diesem Spiel vermissen. Aber man darf nicht ungerecht sein: Das lag vor allem an der Klasse der Spanier, die im Stile eines Weltmeisters auftraten. Für Deutschland geht es nach der Niederlage um den dritten Platz. Allein das ist ein großer Erfolg.

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