WM 2010 - England "Three Lions" bangen um Achtelfinaleinzug


Zittern in England: Mit nur zwei Punkten stehen die Inselkicker nur auf Platz drei in Gruppe C. Hinzu kommen Querellen innerhalb der Mannschaft - ein frühes Aus wäre ein Schock für die Briten. Slowenien und die USA wollen indes Geschichte schreiben - und vielleicht im Achtelfinale gegen Deutschland antreten.

Der Putschversuch ist gescheitert, das Fußball-Mutterland steht nach zwei Wochen voller Hauen und Stechen weiter vor seiner größten WM-Blamage seit 52 Jahren. England hält vor seinem "Endspiel" gegen Slowenien am Mittwoch in Port Elizabeth (16.00 Uhr/ARD und stern.de-Liveticker) den Atem an: Nur mit einem Sieg können die Three Lions das erste Scheitern in einer Gruppenphase seit der Endrunde 1958 in Schweden noch ohne fremde Hilfe verhindern.

Immerhin haben sich die Wogen im Lager des Weltmeisters von 1966 etwas geglättet. Meuterer John Terry, der einige andere Führungsspieler zum Aufstand gegen Teammanager Fabio Capello anstiften wollte und sich in einer spektakulären Pressekonferenz als Spielertrainer aufgeführt hatte, zog kleinlaut den Schwanz ein.

Glaubt man Sir Alex Ferguson, Teammanager von "Roo" bei Manchester United, brodelt es hinter den Kulissen nicht nur wegen der anhaltenden Taktik-Diskussion munter weiter. "Ich habe mit Wayne Rooney telefoniert. Es gibt sehr große Spannungen im englischen Lager. Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft mit den hohen Erwartungen Probleme hat", sagte Sir Alex.

Slowenien steht vor Sensation

Dasselbe befürchtet auch Capello. "Das Problem könnte der Druck sein. Er lähmt die Beine und den Geist. Man spürt, dass die Mannschaft unheimlich unter Druck steht", sagte der 64-Jährige, dem vor allem das bislang fehlende Spieltempo seiner Mannschaft nicht nachvollziehen kann: "Die ganze Mannschaft ist bei dieser WM viel zu langsam. Ich erkenne das Team einfach nicht wieder."

Für die Slowenen könnte es derweil einer der größten Tage in der noch jungen Geschichte des Landes werden. Das Team von Trainer Matjaz Kek führt die Tabelle der Gruppe C mit vier Punkten vor den USA, England (je 2) und Algerien (1) an und stünde schon mit einem Unentschieden erstmals in einer WM-K.o.-Runde. Entsprechend überschwängliche Worte wählte Kek: "Dies ist ein historische Spiel für ganz Slowenien."

USA mit großer Chance

Algerien zittert vor dem Tor-Fluch, die USA fürchten das böse Omen letztes Vorrundenspiel: Wüstenfüchse und US-Boys bangen dem Vorrundenfinale in der WM-Gruppe C entgegen. "Jeder spricht über dieses Problem", sagt der Wolfsburger Karim Ziani über die schon 391 Minuten währende WM-Torflaute Algeriens, während der Ex-Bayer Landon Donovan klagt: "Bei meinen bisherigen zwei WM-Teilnahmen haben wir unser drittes Spiel immer verloren."

Die Negativserie der USA hat allerdings schon begonnen, als Donovan noch gar nicht auf der Welt war. Seit 1950 traten die Yanks sechsmal zu einem dritten Vorrundenspiel an - und immer haben sie verloren. "Ich glaube und hoffe aber, dass diese Mannschaft jetzt die Klasse und die Erfahrung hat, das zu ändern", sagte Donovan mit Blick auf das Duell am Mittwoch in Pretoria (16.00 Uhr/EinsFestival und stern.de-Liveticker), das beide Teams zumindest nicht verlieren dürfen.

Die USA stünden bei einem Sieg sicher zum ersten Mal seit acht Jahren im Achtelfinale. Bei einem Unentschieden müssten sie auf das zweite Gruppenspiel zwischen Slowenien und England in Port Elizabeth schauen. "Auf ein Unentschieden oder eine Niederlage der Engländer wollen wir gar nicht hoffen. Wir treten an, um zu gewinnen", sagte Trainer Bob Bradley: "Und dafür werden wir kämpfen bis zum Schluss."

P.S.: Welche zwei Teams überstehen die Vorrunde in Gruppe C? Diskutieren Sie das Thema auf Fankurve 2010 der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

SID/dab SID

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