WM 2010 - Gruppe G Portugal - Brasilien: Duell um die Ehre


Ein richtiger Kracher: Vom Klang her, ist das Duell zwischen Brasilien und Portugal das reizvollste Spiel der WM-Vorrunde. Die Elfenbeinküste stellt sich indes aufs Toreschießen ein.

Das direkte Duell der Fußball-Weltstars Kaka und Cristiano Ronaldo fällt zwar aus - doch die Konfrontation zwischen Rekordweltmeister Brasilien und der einstigen Kolonialmacht Portugal birgt trotzdem reichlich Zündstoff. "Beide Mannschaften sind in der richtigen Form, um der Fußball-Welt ein Spektakel zu bieten. Wir wollen diesmal auf jeden Fall verhindern, dass Brasilien trifft. Das ist eine Frage der Ehre", sagte der portugiesische Nationaltrainer Carlos Queiroz vor dem Duell um den Sieg in der Gruppe G am Freitag in Durban (16.00 Uhr/ARD und stern.de-Ticker).

Dem ehemaligen Assistenten von Sir Alex Ferguson bei Manchester United ist die bisher letzte Begegnung der beiden Mannschaften am 19. November 2008 in Gama noch in schlechter Erinnerung. Damals setzte es ein 2:6. Das bisher einzige WM-Spiel zwischen beiden Teams gewann Portugal 1966 in England mit 3:1 - mit Eusebio. Pele und Co. wurden in der Vorrunde gestoppt.

Portugal so gut wie durch

"Ich gehe nicht so weit und sage, Portugal ist heute stärker als Brasilien. Aber bei dem Duell kann man nicht vorhersagen, wer gewinnt", erklärte Eusebio, der auch in Südafrika jedes Spiel der Seleccao das Quinas von der Tribüne aus verfolgt und beim 7:0 gegen Nordkorea bestens unterhalten wurde.

Durch den höchsten WM-Sieg seiner Geschichte ist Portugal für das Achtelfinale so gut wie qualifiziert, auch wenn die Elfenbeinküste nach Punkten noch gleichziehen kann. Für den Gruppensieg muss nun ein Erfolg gegen Brasilien her, das mit zwei Siegen gegen Nordkorea (2:1) und die Elfenbeinküste (3:1) startete. Das würde womöglich auch ein Achtelfinal-Duell gegen Erzivale und Nachbar Spanien verhindern.

Nordkorea mit großem Druck aus der Heimat

Die einen wollen der harten Strafe für eine nationale Schande entgehen, die anderen hoffen auf ein Drogba-Wunder: Vor dem Gruppen-"Endspiel" bei der Fußball-WM zwischen Nordkorea und der Elfenbeinküste am Freitag in Nelspruit (16.00 Uhr/ARD Einsfestival und stern.de-Ticker) kochen die Emotionen hoch.

So sind die Asiaten nach dem 0:7 gegen Portugal zwar schon ausgeschieden, doch eine weitere sportliche Demütigung könnte für die Spieler aus dem Land des Diktators Kim Jong-Il schlimme Folgen haben. "Wenn sie verlieren, müssen sie büßen und werden zum Arbeiten in Kohlebergwerke geschickt", sagte der aus dem Land geflüchtete Trainer Moon Ki-Nam.

Elfenbeinküste hofft auf ein Wunder

Doch die Elefanten werden keine Rücksicht nehmen. Im Gegenteil: Mit einem Schützenfest wollen sie im Fernduell mit den gegen Brasilien spielenden Portugiesen die scheinbar unaufholbaren drei Punkte und neun Tore wettmachen. "Wenn wir weiterkämen, wäre das ein echtes Wunder. Und nur Gott weiß, ob es so kommen wird", sagte der Stuttgarter Arthur Boka: "Aber wenn Portugal 7:0 gewinnen kann, warum sollten wir das nicht auch schaffen können?"

Der Grund dafür, dass die Westafrikaner überhaupt noch hoffen, heißt Didier Drogba. Der Stürmerstar hat in sechs Jahren für den FC Chelsea 129 Tore erzielt und beim 1:3 gegen Brasilien trotz Manschette nach einem Knochenbruch nahe des Ellbogens seinen ersten WM-Treffer geschossen. Am Freitag sollen nun möglichst viele weitere folgen. "Es ist noch nicht vorbei", meinte der Hamburger Guy Demel: "Wir sind es uns selbst schuldig, alles zu geben und dann zu hoffen, dass alles so kommt, wie wir es uns wünschen."

Doch ausgerechnet Hoffnungsträger Drogba versprüht wenig Zuversicht. "Es wird ganz, ganz schwer für uns weiterzukommen, denn wir haben unser Schicksal nicht mehr in der eigenen Hand", sagte er: "Wir haben uns seit der WM vor vier Jahren in Deutschland verbessert, aber wir müssen noch viel zielstrebiger werden."

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SID/dab SID

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