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WM 2010: Gruppe C USA und England zittern sich weiter


England atmet auf: Durch ein Tor von Jermain Dafoe erreichen die "Three Lions" die nächste Runde. Gruppensieger sind allerdings die USA, die Algerien mit einem Last-Minute-Sieg bezwangen.

Die USA und England stehen im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Die Amerikaner gewannen am Mittwoch ihr letztes Match der Vorrunden-Gruppe C in Pretoria durch ein Last-Minute-Tor von Landon Donovan (90.+2 Minute) mit 1:0 (0:0) gegen Algerien und sicherten sich damit den Gruppensieg. Gleichzeitig gewann England in Port Elizabeth dank Jermain Defoes Treffer (23.) mit 1:0 (1:0) gegen Slowenien, das dadurch ebenso wie die Algerier die Heimreise antreten muss.

Die "Three Lions" zeigten erstmals im Turnierverlauf den nötigen Biss und sicherten sich als Zweiter der Gruppe C den Einzug ins WM-Achtelfinale. Vor 36 893 Zuschauern in Port Elizabeth bewahrte Jermain Defoe den Favoriten mit seinem Treffer in der 23. Minute vor der größten Pleite seit 1958. Für die unterlegenen Slowenen (4 Punkte) endete dagegen die WM-Reise.

England wie befreit

Nach der gescheiterten "Meuterei" von Abwehrchef John Terry gegen Trainer Fabio Capello besannen sich die Engländer endlich auf ihre fußballerischen Fähigkeiten und spielten nach einer 15-minütigen Anlaufphase druckvoll nach vorne. Frank Lampard (14.) gab einen ersten Warnschuss ab, der zweite Versuch von Defoe saß dann bereits. Nach einer schönen Hereingabe von James Milner überwand der Stürmer von Tottenham Hotspur Sloweniens Schlussmann Samir Handanovic per Direktabnahme aus Nahdistanz.

Gegen die geschockt wirkenden Slowenen kontrollierte der Favorit, der in den ersten beiden Gruppenspielen gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) enttäuscht hatte, die Partie fortan nach Belieben. Lampard (27.) zielte zunächst zu hoch, dann scheiterten Defoe und Kapitän Steven Gerrard innerhalb weniger Sekunden jeweils am glänzend reagierenden Handanovic.

Rooney trifft nur den Pfosten

Auch nach dem Wechsel blieben die Slowenen in ihren Ausgleichs-Bemühungen weitgehend harmlos. England dominierte weiter die Partie. Terry (57.) scheiterte mit einem Kopfball an Handanovic, 60 Sekunden später traf Rooney in seiner einzigen guten Szene nur den Pfosten. Sloweniens Kicker wirkten gegen die Stars aus der teuersten Liga der Welt fast ein wenig eingeschüchtert, wären aber beinahe noch zum Ausgleich gekommen. Bei einer Doppel-Chance für Novakovic und Valter Birsa (68.) warfen sich jedoch Terry und Glen Johnson dazwischen. Am Ende zitterten die Engländer das 1:0 über die Zeit.

USA mit Glück und Verstand

Im zweiten Spiel der Gruppe sicherte der frühere Bundesliga-Profi Landon Donovan den USA mit seinem Tor in der Nachspielzeit das Weiterkommen. Algerien schied als viertes afrikanisches Team nach Kamerun, Südafrika und Nigeria aus dem Turnier aus.

Vor 35.000 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion waren die US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich den Einzug ins Achtelfinale, obwohl sie erhebliche Probleme mit der Chancenverwertung hatten. Mit ihrem Kurzpassspiel und viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley viele gefährliche Szenen ein. Ideengeber und Antreiber waren dabei der Gladbacher Michael Bradley und Donovan.

Im Abschluss fehlte den US-Amerikanern die nötige Coolness. In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein vor M'Bolhi. Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank De Bleeckere (Belgien) bei einem Treffer Dempseys auf Abseits - eine falsche Entscheidung. Dempsey hatte in der 58. Minute die größte Chance auf den Führungstreffer, doch er traf nur den Innenpfosten, im Nachschuss zielte er am leeren Tor vorbei.

Donovan staubt ab


In der Nachspielzeit gelang dann der entscheidende Treffer: Nach einer Flanke von Altidore konnte Algeriens Torhüter M'Bolhi den Ball nur nach vorne klären. Landon Donovan war zur Stelle und staubte aus sechs Metern ab.

Durch den Gruppensieg der USA könnte es bei einem deutschen Sieg gegen Ghana im Achtelfinale zum Duell zwischen Deutschland und England kommen. Der Gruppenerste aus der "deutschen" Gruppe D trifft in der nächsten Runde auf den Gruppenzweiten der Gruppe C: England.

DPA/sid/feh DPA

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