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WM-Vergabe nach Katar: Günter Netzer ist verblüfft

Im Mini-Wüstenstaat Katar soll 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden. Fußballdeutschland reibt sich verwundert die Augen. Günter Netzer reibt mit.

Den Fußball-Experten Günter Netzer hat die WM- Vergabe an Katar 2022 verblüfft. "Dass die Wahl auf den Katar gefallen ist, erstaunt und überrascht mich schon. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet", sagte der Weltmeister von 1974 im Interview der Tageszeitung "Die Welt". Es werde für das Emirat eine "sehr große Herausforderung", ein WM-Turnier in der Wüste auszurichten - bei vielleicht 50 Grad Tagestemperatur.

"Ich bin gespannt, was die alles auf die Beine stellen. Die Bewerbung lässt ja einiges erahnen. Ich bin mir sicher, dass es gigantisch, einzigartig und neuartig wird." Für Netzer ist es eine "komische Vorstellung", dass eine WM in Katar stattfinden wird. "Das ganze Drumherum ­ allein schon das Leben für die vielen Fans, die kommen werden ­ wird schwierig."

Russland sei in der Lage, 2018 ein gutes Turnier auszurichten. Aber auch England sei ein "erstklassiger Kandidat" gewesen. Das Mutterland des Fußballs unterlag am Donnerstag in Zürich bei der Vergabe. Die Korruptionsvorwürfe rund um die Entscheidungen des Fußball-Weltverbandes hätten auch bei ihm einen "faden Beigeschmack" hinterlassen. Aber die FIFA habe bei der Reaktion auf die skandalösen Vorwürfe "Flagge gezeigt". Daran, dass FIFA-Boss Joseph Blatter den Verband im Griff habe, gibt es laut Netzer "keinen Zweifel".

DPA / DPA
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