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Fifa-Entscheidung in Zürich: Russland und Katar freuen sich auf die WM

In Zürich wurden heute gleich zwei Fußball-Weltmeisterschaften vergeben. Russland ist Gastgeber der WM 2018. Die große Überraschung: Das WM-Turnier 2022 findet in Katar statt.

Russland ist Gastgeber der Fußball-WM 2018. Das entschied der Fußball-Weltverband Fifa am Donnerstag in Zürich, wie Präsident Joseph Blatter nach der Sitzung des Exekutivkomitees mitteilte. Russland ist erstmals Veranstalter einer Endrunde und setzte sich gegen England sowie die gemeinsamen Bewerbungen von Spanien/Portugal und der Niederlande und Belgiens durch.

"Lasst uns zusammen Geschichte schreiben" erklärte Russlands Vize- Regierungschef Igor Schuwalow. Russlands Regierungschef Wladimir Putin hatte angekündigt, bei einem Sieg nach Zürich zu reisen und sich "mit Vergnügen" mit dem Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands Fifa zu treffen. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei 3,82 Milliarden Dollar. Von den geplanten 16 Spielstätten müssen 13 neu gebaut oder komplett umgebaut werden.

Mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi findet vier Jahre zuvor ein weiteres sportliches Großereignis in Russland statt. Das riesige Land hat allerdings noch nie eine Fußball-WM ausgerichtet. Die großen Distanzen zwischen den geplanten 13 Spielorten gelten als Problem, zumal die Flug- und Zugverbindungen schlecht sind.

Russland hatte der Fifa im Falle des Zuschlages für die WM 2018 satte Millionengewinne in Aussicht gestellt. Sportminister Witali Mutko erklärte, dass aus der Wirtschaft über eine Milliarde Dollar in das Sponsoring der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi investiert worden seien. Da der Fußball in Russland die Sportart Nummer 1 sei, könne man im Falle der WM-Vergabe in das Riesenreich mit noch höheren Zuwendungen rechnen.

Alle Stadien auf 27 Grad Celsius klimatisiert

Keine Frage, der Zuschlag für die WM 2022 an Katar war eine Riesenüberraschung. Niemand hat es für möglich gehalten, dass der Fußball-Weltverband Fifa das Risiko eingehen würde, eine WM in der Wüste bei Temperaturen von 50 Grad Celsius im Sommer auszutragen. Mit 11.521 Quadratkilometern ist das Emirat nur rund dreimal so groß wie Berlin. 32 Mannschaften werden dort in zwölf Jahren ihre Visitenkarte abgeben. Die Fifa gab dem Wüstenstaat den Vorzug vor den Bewerbungen aus den USA, Australien, Japan und Südkorea.

Rund drei Milliarden Dollar werden in die WM investiert. Die Stadien, die quasi nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, sollen vollklimatisiert sein. Ob allerdings in einer Nation, die sich noch nie für eine WM qualifizieren konnte, echte Fußballstimmung aufkommt, darf bezweifelt werden.

"Alle Stadien, Trainingsstätten und Fanzonen werden auf 27 Grad Celsius klimatisiert sein. Alles wird mit Solar-Energie betrieben und damit kohlenstoffneutral sein", sagte Hassan Al-Thawadi, der Chef der WM-Bewerbung Katars, und unterstrich die "grüne WM" Katars.

Das Emirat hatte auch Erfolg mit der historischen Dimension seiner Bewerbung. "Wir offerieren der Fifa die historische Möglichkeit, die Grenzen der Weltmeisterschaft zu sprengen", sagte Scheich Mohammad bin Hamad al-Thani in seinem Vortrag bei der finalen Präsentation am Mittwoch. Gleichzeitig will sich das Emirat mit der WM-Ausrichtung für eine Überwindung von religiösen und ethnischen Schranken einsetzen.

ins/DPA / DPA

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