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Fußball-WM in Russland und Katar: Neulandkicken

Die Fifa ist noch immer für Überraschungen gut: Die Fußball-WM 2022 wird am Persichen Golf stattfinden - im Emirat Katar.

Gleich nach dem Zuschlag für die Fußball-WM 2018 eilte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin an den Ort des Geschehens. Der ehemalige Kremlchef ließ es sich zu später Stunde nicht nehmen, seine Freude über die Entscheidung des FIFA- Exekutivkomitees vor der in Zürich versammelten Weltpresse zur Schau zu stellen. "Es ist uns eine Ehre, in diesem harten und fairen Wettbewerb erfolgreich gewesen zu sein", erklärte Putin am späten Mittwochabend auf einer einstündigen Solo-Pressekonferenz.

Wenige Stunden zuvor hatte der Weltverband bei der Premiere der doppelten WM-Vergabe neben Russland überraschend Katar für 2022 zum Sieger gekürt. Damit setzt die FIFA auf neue Märkte und das große Geld. "Wir betreten Neuland, denn die WM war noch nie in Osteuropa und dem Mittleren Osten. Deswegen bin ich ein glücklicher Präsident", verkündete FIFA-Boss Joseph Blatter nach der von Korruptionsvorwürfen gegen mehrere Exekutivmitglieder überschatteten Wahl.

Als Blatter am Donnerstag um 16.37 Uhr das mit Russlands Namen beschriftete Blatt aus einem versiegelten Umschlag zog, gab es vor allem bei der Delegation von Mitbewerber England lange Gesichter. Bei dem Versuch, das Milliarden-Event zum zweiten Mal nach 1966 austragen zu dürfen, scheiterte das Mutterland des Fußballs ebenso wie die favorisierte Weltmacht USA (1994) mit der Bewerbung für 2022. US-Präsident Barack Obama sprach in Washington offen von einer "falschen Entscheidung", Katar den Vorzug zu geben.

DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich zumindest "überrascht" vom Votum für das kleine Land am Persischen Golf. Gleichwohl sieht der Boss des Deutschen Fußball-Bundes in der Entscheidung auch eine Chance. "Ich bin der Meinung, dass ein friedliches Fußballfest einen Beitrag zur politischen Stabilisierung in dieser Region leisten kann", sagte Zwanziger.

Russland setzte sich gegen England, dass mit nur zwei Stimmen schon im ersten Wahlgang kläglich scheiterte, sowie die gemeinsamen Bewerbungen von Spanien/Portugal und der Niederlande und Belgiens durch. Katar schlug neben den USA auch Australien, Japan und Südkorea aus dem Feld.

DPA / DPA

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