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WM-Halbfinale: Der geniale Mbappe-Trick – und was dafür spricht, dass der neue Weltmeister vorgespielt hat

Frankreich steht bei der WM 2018 im Finale. Und wird das wohl auch gewinnen - so souverän wie das Team die belgische Superoffensive stoppte. Apropos Superoffensive. Bei Frankreich gibt's auch einen, der alle anderen auf dem Feld wie F-Jugendliche aussehen lässt.

Wer zum Spielbeginn des WM-Halbfinales gegen Belgien auf den Aufstellungszettel geschaut hat, dürfte ungefähr ein 3:3 mit weiteren Toren in der Verlängerung erwartet haben - bei so viel Offensivpower auf beiden Seiten. Aber wie es so ist im Fußball: Die Partien, von denen man am meisten erwartet, werden dann doch häufig zum torarmen Duell. Nun steht Frankreich im WM-Finale und wie es so kommen musste, fiel das einzige Tor des Abends nach einer Ecke. Standardsituation. Das wäre dann die zweite Variante, die man neben einem 3:3 hätte erwarten können. Die entscheidenden Tore bei dieser WM fallen irgendwie immer durch Standards. Was auffiel, wer auffiel - und warum Frankreich wohl Weltmeister werden wird.

Kylian Mbappe: Ein 19-Jähriger der alle anderen gestandenen Profis wie F-Jugendliche stehen lässt

Was reimt sich auf TGV? Ja, genau: Mbappé!

Getty Images

Frankreich - Belgien: Was auffiel

Trotz der wenigen ganz hochkarätigen Chancen: Das Spiel war alles andere als langsam. Die deutschen Traber vom DFB hätten wohl gegen beide Teams um Längen das Nachsehen gehabt. Was daneben auffiel: erzielte kein Tor. Das ist zunächst einmal eine banale Erkenntnis, lässt aber Rückschlüsse auf Frankreich zu. Wer diese belgische Offensive weitestgehend so souverän verteidigt, der hat das Zeug zum Weltmeister. Alle Spieler waren in der Defensive mit eingebunden, die Innenverteidger Varane und Umtiti sind dabei das Herz des Spiels, sie sind die neuen Boateng und Hummels, der eine resolut im Tackling, der andere genial im Spielaufbau. Dahinter steht dann mit Hugo Lloris auch einer der meistunterschätzen Keeper der Welt. Er hechtete und faustete, was das Zeug hielt. Auf der Linie stark, im Strafraum souverän. 

Kurzum: Frankreich verteidigt kompakt, kann Kontern, verliert aber auch bei Ballbesitz nicht Geduld und Ordnung. Vieles spricht dafür, dass hier der neue Weltmeister gespielt hat.

Wer auffiel

Eigentlich müsste man meinen, dass bei so vielen starken Einzelspielern auf dem Feld (Griezmann, Hazard, de Bruyne) keiner so richtig auffallen kann. Umso bemerkenswerter ist es, dass ein 19-Jähriger dennoch so spielte, als wenn alle anderen eher so F-Jugend-Tempo hätten. Die Franzosen werden fragen: Was reimt sich auf Mbappe? TGV! Jedes Mal wenn an den Ball kam, raste er an den Belgiern vorbei, war gedankenschnell, zauberte mit Hackentrick-Pass eine Großchance von Giroud herbei - und war für Belgiens Abwehrstars schlicht nicht zu verteidigen. Mbappe muss schon viel falsch machen, um nicht der nächste "Beste-Fußballer-der-Welt" zu werden.

Der Aufreger

Wir rufen aus der Ferne: Was für ein liebes Spiel! Kaum Diskussionen, kaum heikle Szenen, alleine das ist schon ein Aufreger. Brave Franzosen, brave Belgier. Nur einmal, als Paul Pogba den belgischen Superstar umsenste, und es keinen Freistoß gab, da brodelte es (zu Recht) kurz. Für ein Derby, ein Nachbarschaftsduell im WM-Halbfinale aber geradezu spektakulär unspektakulär. 

Das Tor zum Finale

Eckball, Kopfball, Tor. Das hat es Millionen Mal gegeben, und Millionen Menschen weltweit sind dadurch glücklich geworden in der Geschichte des Fußballs. Diesmal war es Samuel Umtiti vom FC Barcelona, der schnell hochstieg, perfekt einköpfte. Ein Zaubertor. Aber nur für die Millionen französische Fans. Und wie es sich für so ein wunderbar unspektakuläres, aber überwichtiges Tor gehört, kommentierte der Toschütze dann auch Team- und pflichbewusst: "Wir haben ein großes Match abgeliefert. Und ich hatte das Glück zu treffen." Auch das klingt verdächtig nach Teamplayer - und danach, dass da eine Mannschaft gemeinsam alles dafür gibt, Weltmeister zu werden.

Bild des Spiels:

Ecke, Kopfball, Tor, WM-Finale: Samuel Umtiti dreht jubelnd ab

Ecke, Kopfball, Tor, WM-Finale: Samuel Umtiti dreht jubelnd ab

DPA
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