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WM-Qualifikation: Explosive Stimmung in Nordkorea

Tatort Pjöngjang: Beim Spiel Iran gegen Nordkorea brodelte es auf dem Rasen. Der syrische Schiedsrichter hatte alle Mühe sich in Sicherheit zu bringen.

Der 2:0-Sieg Irans über Nordkorea am Mittwoch in Pjöngjang war von schweren Zwischenfällen überschattet. Die nordkoreanischen Spieler attackierten bei dem Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den syrischen Schiedsrichter. Empörte Zuschauer warfen Flaschen und Sitzkissen auf den Platz. Auslöser der Tumulte vier Minuten vor Spielschluss war eine Entscheidung des Unparteiischen, der den Nordkoreanern einen Elfmeter verweigerte.

Gleich mehrere aufgebrachte Nordkoreaner gingen auf den Schiedsrichter los und wurden handgreiflich. Die Linienrichter und andere Verantwortliche mussten den Schiedsrichter vor den Spielern schützen. Das Spiel vor 100 000 Zuschauer im Kim-Il- Sung-Stadion schien kurz vor dem Abbruch.

Als sich die Situation leicht beruhigte, stellte der Schiedsrichter nur einen nordkoreanischen Spieler vom Platz. Das wütende Publikum warf Flaschen und Sitzkissen in Richtung der Linienrichter. Nach dem Ende des Spiels mussten die Schiedsrichter in der Mitte des Platzes bleiben, weil immer noch Flaschen geworfen wurden und es zu gefährlich schien, unter der Tribüne durch in die Kabine zu gehen. Schon vor Spielbeginn hatten sich Hunderte von Zuschauern Zugang zum Platz verschafft, ohne dass die ohnehin wenigen Ordnungskräfte einschritten.

DPA / DPA

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